Quantenphysik auf der ISS

9. April 2013, 01:01
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Wiener Physiker schlagen spektakuläres Experiment zur Überprüfung der "spukhaften Fernwirkung" verschränkter Photonen vor

Wien - Dieses Wiener Physikertrio will hoch hinaus mit seinen Forschungen. Sehr hoch hinaus sogar, konkret 500 Kilometer. Thomas Scheidl, Eric Wille und Rupert Ursin schlagen nämlich das erste Quantenexperiment im All vor, mit dem die "spukhafte Fernwirkung" verschränkter Photonen überprüft werden soll.

Noch ist das Ganze mehr Fiction als Science. Und Thomas Scheidl will im Interview mit dem Standard weder die Chancen auf Realisierung beziffern noch die möglichen Kosten schätzen. Doch der Vorschlag der Forscher vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformatik der ÖAW in Wien hat es immerhin in das "New Journal of Physics" gebracht - und das ist eine mehr als gute Werbung.

Auf die Idee kamen die drei Physiker dank des Moduls Cupola (auf Deutsch: Kuppel), das es seit 2010 auf der Internationalen Raumstation ISS gibt. Mit deren Fenstern zur Erde wäre es möglich, bei den Überflügen der ISS zu testen, ob die rätselhafte Verschränkung von Photonenpaaren auch in 500 Kilometern Entfernung von der Erde möglich ist.

Dazu müsste ein kleiner Apparat zur ISS geschickt werden, der Photonen erkennt. Dann würde man verschränkte Photonen erzeugen und ein Photon nach oben senden. Damit könnte etwa getestet werden, ob Gravitation einen Einfluss auf die Verschränkung hat. Der Vorschlag liege auch bereits bei der Europäischen Raumfahrtagentur, sagt Scheidl. (tasch, DER STANDARD, 9.4.2013)

  • Die 2010 installierte "Kuppel" auf der Internationalen Raumstation ISS könnte ein quantenexperimentelles Fenster öffnen.
    foto: nasa

    Die 2010 installierte "Kuppel" auf der Internationalen Raumstation ISS könnte ein quantenexperimentelles Fenster öffnen.

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