Kroaten wählen vorab ihre EU-Vertreter

9. April 2013, 05:30
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Am Sonntag bestimmen 3,7 Millionen Wahlberechtigte die ersten Abgeordneten des künftigen EU-Mitglieds

Der EU-Beitritt Kroatiens wirft zweieinhalb Monate vor dem Stichtag 1. Juli seine Schatten voraus. Am kommenden Sonntag wählen 3,7 Millionen Wahlberechtigte erstmals die zwölf künftigen kroatischen Delegierten im Europaparlament. Diese werden das Land bis zur EU-weiten Parlamentswahl im Juli 2014 in Straßburg und Brüssel vertreten.

Zwei Drittel der Stimmberechtigten wollen einer Umfrage zufolge zur Wahl gehen. 28 Listen werden auf den Stimmzetteln stehen, 363 Kandidaten rittern um die gut bezahlten Abgeordnetensitze.

"Hoher symbolischer Wert"

Die Wahl habe einen hohen symbolischen Wert, sagte Staatspräsident Ivo Josipovic, dessen Sozialdemokraten sich im Verband mit der liberalen Volkspartei und der Pensionistenpartei laut Umfragen Hoffnungen auf einen Wahlsieg machen darf. 26,3 Prozent entfielen auf das Regierungsbündnis. Spitzenkandidat Tonino Picula, Sozialdemokrat, Soziologieprofessor und von 2000 bis 2003 Außenminister seines Landes, war schon bisher häufig Gast in Straßburg: Er gehörte einer kroatischen Beobachterdelegation in der Sozialdemokratischen Fraktion (S&D) an.

Die Opposition hat sich ihrerseits zu einem Wahlbündnis zusammengefunden. Die lange Jahre allmächtige HDZ des verstorbenen Staatsgründers Franjo Tudjman tritt gemeinsam mit der rechtsradikalen "Rechtspartei Ante Starcevic" und dem Pensionistenblock an. In Umfragen liegt das Bündnis mit 18 Prozent auf Platz zwei. Spitzenkandidatin ist Dubravka Suica, ehemalige Bürgermeisterin der Adriastadt Dubrovnik.

Strittiger Termin

Im Vorfeld wurde lange über den Termin für die EU-Wahl gestritten. Die HDZ forderte eine Zusammenlegung mit der anstehenden Lokalwahl, die Regierung plädierte auf einen eigenen Termin, um die Bedeutung der Wahl zu unterstreichen.

Die Kroaten werden bis zur nächsten Wahl auch die Mandatszahl im Straßburger Parlament auf 766 erhöhen, bevor diese im kommenden Jahr auf 751 reduziert wird. (red, derStandard.at, 8.4.2013)

  • Zum ersten Mal wählen die Kroaten EU-Parlamentarier.
    foto: photo/filip horvat

    Zum ersten Mal wählen die Kroaten EU-Parlamentarier.

  • Der frühere Außenminister Picula dürfte ins EU-Parlament übersiedeln.
    foto:misha japaridze/ap/dapd

    Der frühere Außenminister Picula dürfte ins EU-Parlament übersiedeln.

  • Dubravka Suica führt die Oppositionslisten an.
    foto: reuters/stringer

    Dubravka Suica führt die Oppositionslisten an.

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