Ein Mädchen verschenkt Zeit

Rezension5. April 2013, 17:00
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Im täglichen Strudel entsteht oft die Sehnsucht nach mehr Zeit: mit der Partnerin oder dem Partner, mit den Kindern - oder einfach so. Die Arbeit und andere Verpflichtungen knabbern an jedem Teil des Tages, bis manches Mal nicht einmal ein Krümel bleibt. Im Buch von Agnès de Lestrade und Constanza Bravo geht es um den Wert der Zeit.

"Danas Uhrwerk" ist ein poetisches Bilderbuch für Kinder ab dem dritten, vierten Lebensjahr. Das Herz als Uhrwerk darzustellen ist zwar nicht gerade die originellste aller Ideen, die Umsetzung funktioniert aber zu gut, um da Kritik aufkommen zu lassen. Die Illustrationen wirken dabei wie großflächige Traumbilder. Das Mädchen Dana hat nicht nur eine Uhr als Herz, sie bastelt auch in ihrer kleinen Werkstatt an Zeitmessern, die sie dann in der Familie verschenkt. Ins jeweilige Uhrwerk lässt das Mädchen Zeit rieseln - damit etwa ihre Mama abends länger bei ihr bleibt". Oder beim Vater, "um die verlorenen Stunden einzuholen", die seine Arbeit fordert.

"Das war das Schönste, das sie ihm schenken konnte, ihrem Papa, der immerzu von einem Ende der Welt ans andere eilt", heißt es. Es hat auch etwas Tröstliches, dass schlussendlich Zeit füreinander gefunden wird: "Ihr Papa kam, um Gute Nacht zu sagen. Er hat ihr sogar versprochen, sie eines Tages mitzunehmen ans andere Ende der Welt." (Peter Mayr, Album, DER STANDARD, 6./7.4.2013)

Agnès de Lestrade, Constanza Bravo
Danas Uhrwerk
Mixtvision-Verlag 2013
48 Seiten, € 14,30

  • Die Illustrationen im Buch wirken dabei wie großflächige Traumbilder.
    foto: mixtvision verlag

    Die Illustrationen im Buch wirken dabei wie großflächige Traumbilder.

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