Homöopathie-Kritiker wollen "Überdosis" einnehmen

5. April 2013, 16:06
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Am Geburtstag des Homöopathie-Erfinders Samuel Hahnemann soll mit einer öffentlichen Aktion am Wiener Stephansplatz die Wirkungslosigkeit von Globuli demonstriert werden

Wien - Am 10. April werden Homöopathie-Skeptiker am Wiener Stephansplatz im Selbstversuch öffentlich eine "Überdosis" homöopathischer Präparate zu sich nehmen. Mit der Aktion der "Skeptiker - Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP) unter dem Motto "Nichts drin, nichts dran" soll die "Wirkungslosigkeit der beliebten Globuli demonstriert werden", wie es am Freitag in einer Aussendung heißt.

Die Kritiker stoßen sich vor allem an der Überzeugung von Homöopathie-Anhängern, dass sich die Wirksamkeit eines Mittels mit zunehmender Verdünnung der sogenannten "Ursubstanzen" erhöht. Ab einem gewissen Verdünnungsgrad ist daher rein rechnerisch kein einziges Molekül der Ursubstanz mehr enthalten.

Phosphor, Arsen und Brechnuss

"Wir nennen unsere Aktion '10:23'. Die Bezeichnung spielt auf die Avogadro-Zahl an, die kurz gesagt bedeutet, dass ab einer Verdünnung von 1 zu 10 hoch 23 kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz mehr vorhanden ist. Kein Wunder, dass Homöopathika in wissenschaftlichen Studien nur Placebo-Wirkung zeigen", so Heinz Oberhummer, GWUP-Mitglied und Physiker an der TU-Wien.

Die Wiener Skeptiker werden hoch verdünnte Globuli mit Namen wie "Phosphorus" (Phosphor), "Arsenicum" (Arsen) und "Strychnos nux vomica" (Brechnuss) einnehmen. Diese würden aber tatsächlich aus reinem Zucker bestehen. Das, was auf dem Etikett steht, sei in dem Mittel nicht enthalten, erklärt die GWUP.

Import aus Großbritannien

Mit der Veranstaltung will man am Geburtstag des Homöopathie-Erfinders Samuel Hahnemann einen Gegenpol zur alljährlichen internationalen Woche der Homöopathie bilden, die zwischen 10. und 16. April stattfindet. Die Idee zu der Aktion entstand in Großbritannien, wo 2010 erstmals die Einnahme einer "Massen-Überdosis" organisiert wurde. Bereits 2011 fand in der Wiener Innenstadt die österreichische Variante dieser internationalen Initiative statt. Für kommenden Mittwoch rechnet der GWUP-Vorsitzende Ulrich Berger mit mehr als zwei Dutzend Teilnehmern. (APA/red, derStandard.at, 5.4.2013)

  • Mit der geplanten Aktion, bei der eine "Überdosis" homöopathischer Präparate geschluckt werden soll, will die GWUP einen Gegenpol zur internationalen Woche der Homöopathie schaffen.

    Mit der geplanten Aktion, bei der eine "Überdosis" homöopathischer Präparate geschluckt werden soll, will die GWUP einen Gegenpol zur internationalen Woche der Homöopathie schaffen.

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