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Was kostet eine App?

22. April 2013, 00:00

Johannes Widmann, Produkt-Verantwortlicher bei CSS, im Interview über eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist.

Frage: Für viele die wichtigste Frage: Was kostet eine App?

Johannes Widmann: Stimmt, das ist oft die erste Frage, die wir hören, nachdem uns ein Unternehmen von einer App-Idee erzählt hat. Die meisten, die bei uns anfragen, haben zum ersten Mal mit dem Thema Mobile-Entwicklung zu tun. Deshalb setzen wir uns nach der Anfrage mit den Kunden zu einem kostenlosen Erstgespräch zusammen. Bei einer Tasse Kaffee gehen wir dann alles gemeinsam durch. Erst danach können wir eine seriöse Kostenschätzung abgeben. Die Kosten für eine App-Entwicklung können je nach Projekt sehr unterschiedlich sein. Das ist das gleiche wie bei einer Website – es ist nun einmal etwas komplett anderes, ob ich eine Website für eine kleine Firma oder ein Webportal für einen Internetversand baue.

Frage: Welche Infos brauchen Sie also für eine solche Schätzung?

Johannes Widmann: Wir hinterfragen zuallererst, wo der Nutzen der App liegt. Es gibt kaum einen Markt, in dem mehr „innovative" aber unnötige Produkte auf den Markt geworfen werden, als bei den Apps. Verdient oder erspart sich der Kunde wirklich etwas mit der App? Welchen Mehrwert bietet sie der Zielgruppe, damit diese sie auch wirklich nutzt? Oder hat sie einen klaren Werbewert? Wenn wir die Ziele kennen, können wir meist eine grobe Aussage treffen á la „Kunden mit ähnlichen Anforderungen wie Sie, haben für ihr Projekt zwischen x und y Euro budgetiert". Das reicht meist, um zu entscheiden, ob die Idee weiter verfolgt oder fallengelassen wird. Software, die wir entwickeln, soll glücklich machen und nicht arm.

Frage: Die meisten hätten natürlich trotzdem gerne eine Idee, in welchem Rahmen sich die Entwicklung einer App bewegt. Könnten Sie vielleicht Beispiele nennen?

Johannes Widmann: Nun ja, wenn wir eine „klassische" App nehmen, die zum Beispiel Lokale in der Nähe anzeigt, Standard-Informationen dazu bietet und bei der keine besonderen Rahmenbedingungen zu beachten sind, liegen die Kosten grob geschätzt zwischen 15.000 und 20.000 Euro pro Plattform.

Frage: Mit Plattform meinen Sie zum Beispiel iOS, Android etc.?

Johannes Widmann: Genau. Das ist eben auch zu beachten: Für welche Technologie brauche ich die App, für welche Endgeräte? Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Entwicklungskosten sondern auch auf die Wartung nach der Veröffentlichung der App.

Frage: Gibt es auch ein Beispiel für eine billigere App?

Johannes Widmann: Wir haben einmal aus Spaß die einfache App „iK2" entwickelt. Mit dieser konnte man sein Gesicht auf einen Bergsteiger montieren, der vor der Bergspitze des K2 sitzt, und dieses Foto dann an Freunde verschicken. Diese App würde wohl um die 2.000 Euro kosten. Aber, wie gesagt, der einzige Nutzen war, dass wir einen Spaß bei der Entwicklung und beim Versand der Fotos hatten. Natürlich kann man solche „Spaß-Apps" auch für Marketing-Zwecke einsetzen – aber auch dort kommen aus meiner Erfahrung schnell Funktionen dazu, die die Kosten erhöhen. Zum Beispiel die Anbindung an die Social-Media-Kanäle des Unternehmens, die Sammlung von Daten für Marketing-Zwecke, Gewinnspiele etc.

Frage: Was halten Sie eigentlich von den Apps zum Selberbauen, von denen man in letzter Zeit öfters gehört hat?

Johannes Widmann: Man muss sich über eines klar sein: Mit einem Baukastensystem kann man per se keine neuen, individuellen Funktionen entwickeln. Das heißt, wenn ich eine ganz neue spannende Idee habe, von der ich hoffe, dass sie mir irgendwann von Yahoo! um 30 Millionen Dollar abgekauft wird, werde ich mit solchen Systemen nicht weit kommen. Aus unserer Erfahrung besteht die Gefahr, dass man in eine Sackgasse läuft. Das heißt, dass man erst bei der Entwicklung oder nach der Veröffentlichung darauf kommt, dass eine Funktion im Baukasten-System fehlt, die aber Geld oder einen anderen zusätzlichen Nutzen bringen würde. Dann muss ich wieder komplett von vorne anfangen. Man muss sich also sehr gut überlegen, was man mit der App erreichen möchte und ob der Standard-Baukasten alles dafür bietet. Oder ich nutze ihn bewusst dafür, lediglich einen Prototyp für den Test zu bauen.

Frage: Ein klares Konzept und Realismus sind also die Basis für jede erfolgreiche App?

Johannes Widmann: Genau. Wir sehen uns jede Anfrage genau an und sprechen gerne mit den Kunden persönlich, um herauszufinden, ob es überhaupt Sinn macht die Idee in eine App zu verwandeln. Denn am Ende hat der Kunde und auch wir als Entwickler mehr von einer App, die wirklich einen Mehrwert hat.


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  • "Wir hinterfragen zuallererst, wo der Nutzen der App liegt" – Johannes Widmann 
    foto: sven schweiger

    "Wir hinterfragen zuallererst, wo der Nutzen der App liegt" – Johannes Widmann 

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