Frauenauto des Jahres: Nicht rund und rosa

Kolumne7. April 2013, 17:28
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Es darf durchaus ein SUV aus dem Hause Range Rover sein

Die Botschaft kam im Frauentag-Monat März gänzlich überraschend: Fiat 500, Ford Ka und Hyundai i10 gehören zu den beliebtesten Frauenautos des Jahres 2012. Um das Klischee des Stadtflitzers zu bedienen, den Frauen zu wollen haben, wurde die Nachricht rosa unterlegt und unter dem Sammeltitel "Was Frauen wirklich wollen" verbreitet.

Wer hier so genau zu wissen glaubt, was Frauen wollen sollen, wollen wir gar nicht wissen. Die Botschaft ist angekommen. Ein paar Details hätten uns dennoch interessiert. Etwa wie es kam, dass aus 300 Fahrzeugen ausgerechnet der Range Rover Evoque zum "Frauenauto des Jahres 2012" gewählt wurde. 

Allzweckwaffen mit Hochsitz

Mehr gewusst hätten wir gern auch über die Jurorinnen (oder waren es doch Juroren, die für den sparsamen Zweitwagen die Werbetrommel rühren?). Oder wie das mit den Spuckerln zusammengeht, die uns zehn Zentimeter weiter rechts als beliebteste Frauenautos verkauft werden. Mit ihnen hat das inspirierte Design des schachtelförmigen Evoque ungefähr so viel gemein wie ein Lastwagen mit dem Formel-1-Boliden.

Es sind wohl doch eher die Allzweckwaffen mit Hochsitz und Einparkhilfe, die bei Frauen gut ankommen – sofern sie der besser verdienende Mann zahlt. Das Kompetenzzentrum Frau und Auto der Hochschule Niederrhein hätten wir für diese Allerweltserkenntnis  definitiv nicht gebraucht. Die befragte Frau Professor erklärt doch glatt, dass die Kategorie Frauenauto verpönt ist, weil man dabei an "klein, rund und rosa denkt". Wenn es nur das wäre! (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 5.4.2013)

  • Es muss nicht immer klein, rosa und rund sein, das typische Frauenauto.
    foto: ap/probst

    Es muss nicht immer klein, rosa und rund sein, das typische Frauenauto.

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