Studie: Gentechnisch veränderte Maispollen für Bienen nicht schädlich

5. April 2013, 11:59
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Deutsche Wissenschafter untersuchten die Auswirkungen von Bt-Mais auf Ammen-Bienen

Deutsche Wissenschafter haben im Rahmen eines Freilandversuchs, der in den Jahren 2008 bis 2010 in Braunschweig stattfand, die Auswirkungen von gentechnisch verändertem Mais (Bt-Mais) auf Honigbienen untersucht. Wie die Forscher vom Thünen-Institut für Biodiversität und vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie der Universität Würzburg nun berichten, wurden keine negativen Folgen für die Bienenvölker festgestellt.

Bei dem Mais handelte es sich um eine gentechnisch veränderte Sorte, die insgesamt drei unterschiedliche insektenschädigende Proteine bildet. Sie ist dadurch gegenüber Maisschädlingen wie dem Maiszünsler oder dem Maiswurzelbohrer geschützt, ohne dass chemische Insektizide eingesetzt werden müssen. Auf natürliche Weise werden solche insektiziden Eiweiße von Bacillus thuringiensis (B.t.) gebildet, einem in der Umwelt weit verbreiteten Bakterium.

Bienenvölker wurden während der Maisblüte in Versuchsparzellen in Flugkäfigen mit dem gentechnisch veränderten Mais und, zum Vergleich, mit anderen herkömmlich gezüchteten Maissorten gehalten, um ihr Nahrungsangebot auf die jeweilige Maissorte zu beschränken. In der im Fachjournal "PLOS ONE" publizierten Studie berichten die Thünen-Wissenschafter gemeinsam mit ihren Würzburger Kollegen jetzt über die Auswirkungen der Maispollen-Ernährung auf Ammen-Bienen.

Keine Beeinträchtigung bei Ammen-Bienen

Ammen-Bienen nehmen im Bienenvolk besonders viel Pollen auf, von denen sie einen Teil für die Aufzucht der Bienenlarven verwerten. Durch ihren hohen Pollenkonsum sind sie damit möglicherweise besonders gefährdet. Tatsächlich waren jedoch durch die gentechnische Veränderung weder ihre Überlebensrate noch ihr Körpergewicht oder die Effizienz, mit der die Maispollen verdaut wurden, beeinträchtigt.

Auch die Darmbakterien der Ammen-Bienen wurden untersucht. Unabhängig von der jeweiligen Maissorte lebten im Darm die gleichen dominanten Bakterien-Arten. Es fanden sich auch Hinweise auf das natürliche Vorkommen von B.t. im Bienendarm. Geringfügige Unterschiede in der Diversität der Darmbakterien wurden durch jede der untersuchten Sorten hervorgerufen. Die Unterschiede waren aber unabhängig davon, ob der Mais gentechnisch verändert oder konventionell gezüchtet war. (red, derStandard.at, 04.04.2013)

  • Für die Studie wurden Bienen während der Maisblüte in Flugkäfigen mit dem gentechnisch veränderten Mais und mit zwei herkömmlich gezüchteten Maissorten gehalten.
    foto: harmen hendriksma, univ. würzburg

    Für die Studie wurden Bienen während der Maisblüte in Flugkäfigen mit dem gentechnisch veränderten Mais und mit zwei herkömmlich gezüchteten Maissorten gehalten.

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