UBM will sich in Deutschland breit machen

3. April 2013, 15:06
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Neben München, Berlin und Frankfurt will der Konzern auch in anderen Städten kräftig in den Wohnbau investieren - "Könnten weit mehr verkaufen, als wir errichten"

Die börsenotierte UBM Realitätenentwicklung AG hat im Vorjahr 50 Millionen Euro investiert und will diesen Posten heuer verdoppeln. Die Projektpipeline sei nämlich "prall gefüllt", sagte Vorstandschef Karl Bier am Mittwoch in der Bilanzpressekonferenz. Insbesondere Wohnungen in Deutschland werden das Management der Porr-Tochter heuer und auch in den nächsten Jahren hauptsächlich beschäftigen.

In Bau bzw. Planung befinden sich derzeit Wohnhausanlagen in München, Frankfurt und Berlin. Man sondiert nun aber auch die Möglichkeiten in anderen großen und mittelgroßen deutschen Städten wie Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf sowie im restlichen Bayern.

Auch Polen im Fokus

Neben Deutschland fokussiert man sich derzeit im Segment Gewerbe weiterhin auf Polen. In Krakau hat UBM Polska Ende des Vorjahres mit der Errichtung eines 14-stöckigen Bürohauses mit 10.000 m² Nutzfläche begonnen, für den mit dem Einzelhandelskonzern Alma Market auch schon ein Hauptmieter (und damit auch ein Namensgeber für den "Alma Tower") gefunden werden konnte. In Warschau wird gemeinsam mit der CA Immo (die mit 25 Prozent an der UBM beteiligt ist) bereits am insgesamt rund 200.000 m² (Bruttogeschoßfläche) großen "Poleczki Business Park" gearbeitet. Nach der für 2017 geplanten Fertigstellung soll das 14 Hektar große Areal der größte Business-Park Mitteleuropas werden.

In Breslau hat die UBM wiederum Ende 2012 ein 5.300 m² großes Innenstadtgrundstück erworben, ab Oktober will man darauf ein 17.000 m² großes Bürogebäude errichten. Bier berichtete diesbezüglich von einer bereits sehr starken Nachfrage potenzieller Mieter, "obwohl wir noch nicht einmal die Baugenehmigung haben".

Keine Perspektiven in Südosteuropa

Die weiteren Zielländer der UBM-Aktivitäten sind rasch aufgezählt: Österreich, Russland und Tschechien, in Westeuropa noch Frankreich (Büros in Paris) und die Niederlande (Büros und Hotels in Amsterdam). Ohnehin sind Hotel-Entwicklungen ein Schwerpunkt der UBM-Strategie, denn diese hätten "den Riesenvorteil, dass man die Gebäude auch in Zeiten einer Krise befüllen kann", erklärte Bier – nämlich mithilfe entsprechender preislicher Angebote. Bei Büroobjekten sei das wesentlich schwieriger. 32 Hotel-Entwicklungen hat das Unternehmen, das heuer sein 140-jähriges Bestehen feiert, bereits durchgeführt, an 15 Hotels ist man aktuell beteiligt.

In Südosteuropa (SEE) beschränken sich die jeweiligen UBM-Töchter einstweilen auf die Beobachtung der Lage. Diese sei derzeit "extrem schwierig", so Bier; für Entwicklungen in Rumänien, Bulgarien, Ungarn oder der Slowakei würden die wirtschaftlichen Perspektiven fehlen.

"Müssen nur noch bauen"

Diese sind anderswo dafür in fast schon wieder beunruhigendem Ausmaß vorhanden. "Wohnungen könnten wir in Deutschland nach wie vor weit mehr verkaufen, als wir errichten", erklärte Finanz-Vorstand Heribert Smolé. Es seien schon viele Wohnungen verkauft, die sogar erst gebaut werden müssten. Weil sich diese Erlöse erst bei der Übergabe der Wohnungen in der Bilanz auswirken, habe man dadurch eine gewisse Planungssicherheit für die nächsten beiden Jahre. Ganz nach dem Motto: "Es ist verkauft. Jetzt brauchen wir es nur noch zu bauen", so Bier.

Andererseits ging der Umsatz 2012 genau wegen des Umstands, dass viele Verkäufe der letzten Wochen und Monate erst später ergebniswirksam werden, zurück - nämlich um 31,8 Prozent auf 134 Millionen Euro. Erheblich in der Bilanz ausgewirkt hat sich dafür der Verkauf des Warschauer InterContinental Hotels, das die UBM gemeinsam mit der Warimpex AG hielt. Diese Transaktion - der deutsche DekaBank-Konzern erwarb das Hotel um mehr als 100 Millionen Euro - sei ein "wesentlicher Umsatz- und Ergebnisbringer" gewesen, berichtete Smolé. Dem Verkauf waren lange Verhandlungen von rund einem Jahr vorausgegangen.

Das Immobilien-Portfolio der UBM umfasst aktuell 36 Prozent Hotel, 31 Prozent Büro, 30 Prozent Gewerbe und 3 Prozent Wohnen. Die gesamte vermietbare Fläche ging durch den Verkauf des Warschauer InterConti auf rund 450.000 m² zurück. (Martin Putschögl, derStandard.at, 3.4.2013)

  • Gemeinsam mit der CA Immo errichtet UBM in Warschau den "Poleczki Business Park".
    foto: ubm

    Gemeinsam mit der CA Immo errichtet UBM in Warschau den "Poleczki Business Park".

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