Samoa Air: Ticketpreise nach Körpergewicht

3. April 2013, 08:59
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Jetzt sind sie da: Flugtickets, deren Preis sich nach dem Gewicht von Passagier und Gepäck richtet - Das Beispiel könnte Schule machen

Die Diskussion darüber, ob man Passagiere wiegen und die Preise für Tickets nach dem Gewicht ermitteln sollte, flammt immer wieder auf. Bisher hat sich jedoch noch keine Airline dazu entschlossen, dieses System tatsächlich umzusetzen.

Die südpazifische Samoa Air geht nun diesen Schritt und verkauft Tickets nicht mehr pro Sitzplatz, sondern pro Kilogramm Körpergewicht. Abhängig von der Flugdistanz bezahlen die Passagiere dieser lokalen Fluggesellschaft in Zukunft das, was sie am Leibe tragen, wie aus internationalen Medienberichten hervorgeht. Ebenfalls ausschlaggebend für den Preis des Tickets ist das Gewicht des mitgeführten Gepäcks. Daraus ergibt sich der Gesamtpreis für den Flug.

Die Preise variieren je nach Flugdistanz zwischen einem WST (westsamoanischen Tala), das sind rund 0,34 Euro, und 4,16 WST (rund 1,40 Euro) pro Kilogramm Passagier und Gepäck. Die ersten Flüge, die mit dem neuen System funktionieren, finden zwischen Samoa und Amerikanisch-Samoa statt.

Teurer Treibstoff fordert neue Ideen

Die einschneidende Änderung der Preisgestaltung erklärt Samoa Air damit, dass eine Fluggesellschaft im Grunde nicht über den Verkauf von Sitzplätzen funktioniere, sondern darüber, wie viel Gewicht sie wie weit bewegen muss - und dementsprechend die Spritkosten zu kalkulieren hat.

Von dem System würden laut Samoa Air vor allem Familien mit Kindern profitieren, da diese besonders wenig zahlen müssten.

Laut einem Rechenbeispiel würde ein Passagier mit 75 Kilogramm Körpergewicht und 15 Kilogramm Gepäck rund 150 WST (rund 51 Euro) für einen Flug von Westsamoa nach Pago Pago auf Amerikanisch-Samoa bezahlen.

Laut Experten könnte das Beispiel Schule machen. Steigende Spritpreise und die härter werdende Konkurrenz am Himmel würden früher oder später dafür sorgen, dass Passagiere nach Gewicht bezahlen müssen. Schon jetzt gibt es Airlines, bei denen Fluggäste, die nicht in einen Sitz passen, ein zweites Ticket dazukaufen müssen. Laut Samoa Air muss sich ab sofort kein Passagier mehr ärgern, weil er das Gefühl habe, er kaufe mit seinem Ticket den halben Platz seines Sitznachbarn mit. (red, derStandard.at, 3.4.2013)

  • Bei Samoa Air zählt das Gewicht, nicht der Sitzplatz.

    Bei Samoa Air zählt das Gewicht, nicht der Sitzplatz.

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