Wirtschaftsfaktor Physik

2. April 2013, 17:39
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15 Millionen Jobs in Europa basieren auf Physik

Energiegewinnung, Informations- und Kommunikationstechnologien, Weltraumtechnik, Unterhaltungselektronik, Autoindustrie: Das sind nur einige der 77 Branchen, die mehr oder weniger auf der Physik und ihren Erkenntnissen basieren. Das britische Centre for Economics and Business Research (Cebr) hat sie ausgewählt, um im Auftrag der European Physical Society (EPS) zu erheben, welche Bedeutung die Physik für die europäische Wirtschaft hat.

Mithilfe von Eurostat-Daten wurde erstmals die Leistung der " physikbasierten" Industrie in 29 Ländern - die EU-27 plus Norwegen und die Schweiz - im Zeitraum zwischen 2007 und 2010 berechnet und verglichen. Vergangene Woche wurden die Ergebnisse veröffentlicht: Demnach haben physikbasierte Sektoren im Jahr 2010 3,8 Billionen Euro Gesamtumsatz gemacht, was einem Anteil von 15 Prozent an der europäischen Wirtschaft entspricht. Der Umsatz je Mitarbeiter liegt im Schnitt bei 243.000 Euro - was knapp über dem Umsatz in der verarbeitenden Industrie und deutlich über dem des Baugewerbes und des Einzelhandels liegt (siehe Grafik).

Österreich im Mittelfeld

Den größten Anteil zum Umsatz trug im Jahr 2010 Deutschland mit 25,3 Prozent bei, gefolgt von Frankreich mit 12,4 Prozent und Großbritannien mit 11,9 Prozent. Österreich liegt mit einem Beitrag von 1,63 Prozent relativ abgeschlagen auf dem 15. Platz. Aussagekräftiger ist jedoch die Produktivität pro Beschäftigten in physikbasierten Branchen: Hier führt Norwegen weit vor Irland und der Schweiz, Österreich liegt im Mittelfeld auf dem zehnten Platz und damit ganz knapp vor Schweden, Deutschland und Frankreich.

Der Studie zufolge waren 2010 15,4 Millionen Menschen in den physikbasierten Branchen beschäftigt, davon 267.000 in Österreich. Der Großteil arbeitet in der Produktion, im Informations- und Kommunikationssektor sowie in klassischen wissenschaftlichen und technischen Berufen.

Die europäische Physikervereinigung, der auch die Österreichische Physikalische Gesellschaft (ÖPG) angehört, hofft mit diesen Fakten auf mehr Unterstützung für ihr Fach - von der Bildung bis zur Forschung. (kri, DER STANDARD, 03.04.2013)

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