Österreichs Kindern fehlt die Lust zur Lektüre

2. April 2013, 17:00
30 Postings

Die Mehrheit der österreichischen Kinder und Jugendlichen liest ungern und eher schlecht. Das will ein vielseitiges Lesefestival jetzt ändern

Was viele Eltern und Erziehungsberechtigte leise ahnen, belegen Bildungstests und die Statistik ganz nüchtern: Nicht einmal jeder und jede dritte 15- und 16-Jährige zählt Lesen heute zu den liebsten Hobbys. Das zeigte jüngst der Nationale Bildungsbericht 2012. Für mehr als ein Drittel in dieser Altersgruppe ist Lesen überhaupt Zeitverschwendung. In der Volksschulstudie PIRLS liegen österreichische Schülerinnen und Schüler folglich auf Platz 15 im Ländervergleich - bei 29 teilnehmenden Nationen.

Die fehlende Lust zur Lektüre bedauern nicht nur Lehrerinnen und Lehrer oder die um kindliche Bildung besorgten Eltern. Auch eine auf standortsichernden Nachwuchs hoffende Wirtschaft beklagt die abnehmende Lesekompetenz junger Menschen in den Betrieben. Einigkeit herrscht darüber, dass die Freude am Lesen möglichst früh geweckt werden muss und das am besten auf spielerische Art und Weise gelingt.

"Zeichen für das Lesen"

Hier setzt das bundesweite Lesefestival "Leserstimmen - Der Preis der jungen LeserInnen" an, das am 2. April beginnt, bis Mai dauert und heuer zum dritten Mal stattfindet. "Österreichs größtes Lesefestival für Kinder und Jugendliche" will Heranwachsende auf lustvolle und spielerische Art zum Buch bringen, heißt es in einer Aussendung. Der Auftakt liegt bewusst am 2. April: Am Geburtstag des dänischen Märchenschriftstellers Hans Christian Andersen wolle man ein weithin sichtbares Zeichen für das Lesen setzen.

Lieblingsbuch gesucht

Das Festival präsentiert sich vielseitig - die Herzstücke sind Lesereisen von zwölf Autorinnen und Autoren, die sie in alle Bundesländer führen. Dazu kommen zahlreiche Workshops und Leseanimations-Veranstaltungen. Außerdem soll aus zwölf Kinder- und Jugendbüchern das beliebteste ausgewählt werden. Dafür gibt es Stimmkarten in den Bibliotheken, jeder und jede kann mitwählen. Das beliebteste Buch bekommt den mit 5.000 Euro dotierten "Leserstimmen-Preis". Wer bei der Wahl mitmacht, kann wiederum Buchpakete, Eintrittskarten und Reisen gewinnen.

Nicht zufällig sind vor alllem öffentliche Bibliotheken die Austragungsorte des Festivals: Sie organisieren neben dem österreichischen Büchereiverband und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur die Veranstaltung. Man wolle darauf hinweisen, welche wichtige Rolle öffentliche Bibliotheken in der Leseförderung spielen. (lima, derstandard.at, 2.4.2013)

  • Die Freude am Lesen sollte früh geweckt werden. Vorlesen spielt dabei eine wesentliche Rolle.
    foto: lukas beck/leserstimmen.at

    Die Freude am Lesen sollte früh geweckt werden. Vorlesen spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Share if you care.