Warum Frauen den Job besser machen

2. April 2013, 16:16
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Neue Erkenntnisse in Sachen Führungsqualitäten: Weil Chefinnen eher faire Entscheidungen treffen können, stehen auch ihre Unternehmen besser da

Schon längere Zeit versucht die Wissenschaft zu ergründen, warum Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil in ihren Führungsetagen tendenziell besser wirtschaften. Eine Studie, die im März im "International Journal of Business Governance and Ethics" veröffentlicht wurde, legt nun den Verdacht nahe, dass Frauen ihren Job deshalb besser erledigen, weil sie faire Entscheidungen treffen können, wenn es um konkurrierende Interessen geht.

Über 600 Vorstände und DirektorInnen befragt

Die WissenschafterInnen befragten in ihrer Studie 624 Vorstandsmitglieder aus unterschiedlichen Unternehmen in Kanada. Darin wurden die TeilnehmerInnen aufgefordert, moralisch konfliktreiche Szenarios zu lösen und im Anschluss zu erklären, wie sie auf die Lösung gekommen waren. 75 Prozent der Befragten waren männlich, 25 Prozent weiblich.

Die Frauen wählten häufiger "Kooperation, Zusammenarbeit und Konsensbildung" als Wege, um komplexe Entscheidungen zu treffen. Die befragten Männer verließen sich jedoch häufiger auf "Regeln, Regulierungen und traditionelle Geschäftspraktiken", um ihr Ziel zu erreichen. Für Chris Bart, Co-Autor der Studie und Professor für strategisches Management an der McMaster University, zeigt das Ergebnis, dass die Frauen in ihren Problemlösungen "weniger starr" gewesen seien.

Der Wissenschafter ging mit seinem Lob für Frauen aber noch weiter. "Frauen scheinen dafür prädestiniert zu sein, neugieriger zu sein und mehrere mögliche Lösungen für ein Problem zu sehen", sagte er der Financial Post. Diese Fähigkeiten würden sie zu effektiveren Managerinnen machen.

Alte Männernetzwerke immer noch wirkmächtig

Dass weltweit immer noch so wenig Frauen in den Vorständen von großen Unternehmen zu finden sind, liegt für Wart daran, dass die alten Männernetzwerke nach wie vor handlungsmächtig sind. "Männer sind Rudeltiere und sehr schnell darin, die Hierarchie in einer Gruppe zu erkennen." Menschen, die andere Werte vertreten würden, müssten deshalb aus den Entscheidungsebenen ferngehalten werden.

Vor dem Hintergrund dieser und anderer Studienergebnisse sei es nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, Frauen in die Vorstände zu bringen, sondern auch der  Klugheit, so Bart. Laut einer aktuellen Studie der TD Bank in Kanada beläuft sich der Frauenanteil in den 240 größten Unternehmen Kanadas immer noch bei elf Prozent. (red, dieStandard.at, 2.4.2013)

  • Frauen in Führungspositionen zu bestellen, sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit sondern auch der Klugheit, so Studienautor Chris Bart.

    Frauen in Führungspositionen zu bestellen, sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit sondern auch der Klugheit, so Studienautor Chris Bart.

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