Sind Tablets schädlich für Kinder?

2. April 2013, 11:26
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Wissenschaftler warnen davor, Kinder zu viel Zeit nur mit Tablets und Smartphones verbringen zu lassen

Smartphones und Tablets haben eine große Faszination auf viele Kinder. Spielzeughersteller und Entwickler bieten daher eine Fülle an Accessoires und Apps für die jüngsten Nutzer an, vom iPhone "Apptivity Case" bis zu Lern-Apps und Spielen. Viele Eltern stellt sich jedoch die Frage, wie sich die Beschäftigung am Touchscreen auf ihre Kinder auswirkt. Die New York Times hat dazu mit mehreren Wissenschaftlern gesprochen.

Effekte noch nicht abschätzbar

Die neurologischen Effekte dieser neuen Technologien seien bislang noch nicht zur Gänze bekannt, so  Gary Small vom Longevity Center an der Universität von Kalifornien. Kinder würden sehr unterschiedlich darauf reagieren, wie viel Zeit sie vor dem Bildschirm verbringen. Das Gehirn reagiere generell sehr sensibel auf Reize wie sie von Tablets und Smartphones ausgehen.

Einseitige Beschäftigung schlecht

Wenn Kinder zu viel Zeit mit nur einer Technologie verbringen, könnte es die Entwicklung bestimmter Kommunikationsfähigkeiten einschränken. Dabei gehe es aber nicht um die Technologie an sich, wie Ozlem Ayduk vom Relationships and Social Cognition Lab an der Universität von Kalifornien in Berkeley anmerkt. Es sei auch schlecht, wenn Kinder nur mit Buntstiften malen, anstatt sich etwa beim Essen auch mit den Eltern zu unterhalten.

Interaktion mit anderen wichtig

Sehr wichtig für die Entwicklung eines Kindes sei die Interaktion mit anderen, sagt Sherry Turkle vom Massachusetts Institute of Technology. Nur durch Kommunikation mit anderen würden Kinder auch lernen sich alleine zu beschäftigen und alleine zu sein ohne sich einsam zu fühlen. Die Wissenschaftlerin befürchtet auch, dass Kinder, die hauptsächlich mit elektronischen Geräten umgehen, ein falsches Verständnis von Intimität ohne Risiken entwickeln könnten.

Spiele besser als passives Zusehen

Eltern, die ihre Kinder mit Tablets und Smartphone spielen lassen, sollten zumindest darauf achten, was die Kinder damit tun. Im Rahmen der britischen Millennium Cohort Langzeitstudie wurde festgestellt, dass Kinder, die täglich mehr als drei Stunden Fernsehen oder Videos anschauen, im Alter von sieben Jahren eher zu emotionalen Problemen neigen als andere. Kinder, die altersgerechte Videospiele spielen, würden hingegen nicht vermehrt Verhaltensprobleme zeigen. Das legt auch nahe, dass die interaktive Beschäftigung am Tablet besser ist als passives Videoschauen. (red, derStandard.at, 2.4.2013)

  • Spielzeughersteller bieten bereits iPhone-Accessoires für die Kleinsten an, aber tut man den Kinder etwas Gutes, wenn man sie früh mit Smartphones und Tablets spielen lässt?
    foto: fisher price

    Spielzeughersteller bieten bereits iPhone-Accessoires für die Kleinsten an, aber tut man den Kinder etwas Gutes, wenn man sie früh mit Smartphones und Tablets spielen lässt?

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