Das "Facebook-Phone" - ein absehbarer Flop?

30. März 2013, 11:23
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Das soziale Netzwerk soll mit HTC an einem speziellen Android-Smartphone arbeiten.

Das Facebook-Handy ist sein Jahren ein Phantom: Die Gerüchte über ein eigenes Smartphone des weltgrößten Online-Netzwerks hören nicht auf, obwohl Gründer Mark Zuckerberg sie stets zurückweist. Jetzt sollen Facebook-Funktionen im Vordergrund bei einem HTC-Smartphone stehen.

Integration von Facebook im Mittelpunkt

Nach jahrelangen Spekulationen über ein Facebook-Handy will das weltgrößte Online-Netzwerk nun laut US-Medienberichten ein gemeinsames Smartphone mit dem Hersteller HTC vorstellen. Bei dem Gerät solle die Integration von Facebook in das Google-Betriebssystem Android im Mittelpunkt stehen.

Halbe Milliarde mobile Benutzer täglich

Eine halbe Milliarde Menschen verwenden Facebook täglich auf ihrem Mobiltelefon. Die App rangiert unter den am häufigsten heruntergeladenen Mobilapplikationen. Facebook will nun einen Schritt weiter gehen und den User sanft dazu bewegen, sämtliche Services, die das Social-Media-Portal bereits anbietet (VoIP-Anrufe, SMS- und E-Mail-Versand), zu verwenden.

Kann sich das "Facebook-Phone" etablieren?

Derzeit ist es allerdings fraglich, ob sich das „Facebook-Phone" am Smartphone-Markt überhaupt positionieren kann. Mike Isaac von allthingsd.com argumentiert, dass das Mobiltelefon Abnehmer finden würde, allerdings nur in einer sehr geringen Menge. Die Mehrheit der weltweiten Smartphone-Benutzer wäre nicht so gestrickt, wie es sich Facebook vorstellt.

Zentralisierende Services ungewollt

So würde der gewöhnliche iOS- oder Android-User lieber verschiedene Apps verwenden, als auf ein Zentralservice zurückzugreifen. Als Beispiel gibt Isaac unter anderem Google an, die mit Google Plus bereits versucht hatten, deren Services zu zentralisieren, dabei allerdings scheiterten.

Beweggründe von Facebook und HTC nachvollziehbar

Die Beweggründe für die Entwicklung eines Facebook-Mobiltelefons sind nachvollziehbar: Mehr mobile Benutzer des Social-Media-Portals bedeuten mehr Einnahmen durch implementierte Werbung auf dem Smartphone. Facebook habe bereits in der Vergangenheit intensiv an dieser gearbeitet. Wieso der taiwanesische Mobiltelefon- und Tablet-Hersteller HTC, Facebook unterstützt ist ebenso einsichtig: Der Börsenwert des Unternehmens fällt seit geraumer Zeit stetig und auch die Veröffentlichung des neuesten Flaggschiffs, das HTC One, verzögert sich. Ein geglücktes Experiment mit dem Zuckerberg-Portal könnte HTC wieder frischen Wind in die Segel bringen.

Smartphone-Benutzer können bereits auf App zurückgreifen

Wie der Markt auf das Facebook-Phone reagieren wird, wird sich weisen. Isaac stellt sich allerdings die Frage, wieso ein Smartphone-Benutzer, der bereits das soziale Netzwerk auf seinem Mobiltelefon verwenden kann, überhaupt auf das Android-Modell mit noch tieferer Facebook-Integration zurückgreifen soll. (APA/red, derStandard.at, 30.03.2013)

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    Wie wird das Facebook-Phone am Markt abschneiden?

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