Geiselnahme in deutschem Gefängnis unblutig beendet

30. März 2013, 08:37
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Nach mehr als zehn Stunden - Häftling überwältigt, Justizangestellte unverletzt

Suhl - Eine stundenlange Geiselnahme im deutschen Gefängnis Suhl-Goldlauter (Thüringen) ist in der Nacht auf Samstag unblutig zu Ende gegangen. Spezialkräfte der Polizei hätten den 52 Jahre alten Geiselnehmer überwältigt und festgenommen, sagte ein Polizeisprecher am frühen Samstagmorgen. Die Geisel, eine 26 Jahre alte Angestellte der Justizvollzugsanstalt, kam unverletzt frei. Auch der Geiselnehmer blieb unverletzt.

Der mit einem Messer bewaffnete Häftling hatte die Frau am Nachmittag des Karfreitags gegen 16.00 Uhr unter bisher ungeklärten Umständen in einem Zellentrakt in seine Gewalt gebracht. Der Mann, der wegen Gewaltdelikten in der JVA einsitzt, forderte einen Rechtsbeistand und die Verlegung in ein anderes Gefängnis. Eine Verhandlungsgruppe der Polizei nahm Kontakt zu dem Mann auf, ein Sondereinsatzkommando rückte an. Vor dem Gefängnis fuhren Krankenwagen vor.

Kein Zusammenhang mit Feiertagen

Der thüringische Landes-Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) sagte nach dem Ende der Geiselnahme: "Die Forderungen des Geiselnehmers erschienen uns sehr wirr. Wir sind alle sehr erleichtert und froh, dass es beendet ist". Dass die Tat etwas mit dem langen Osterwochenende zu tun habe, sei unwahrscheinlich, sagte Poppenhäger weiter. Mehrere Feiertage hintereinander wie zu Weihnachten oder Ostern gelten in Gefängnissen als kritische Tage. Zu Weihnachten 1993 hatten Strafgefangene der Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter wegen zerkochter Knödel rebelliert.

Weitere Einzelheiten zu der Geiselnahme würden auf einer Pressekonferenz am heutigen Samstag in Suhl bekannt gegeben, kündigte Poppenhäger an.

Die Justizvollzugsanstalt Goldlauter in Suhl ist ein Gefängnis für Männer und verfügt über insgesamt 332 Haftplätze. 310 davon sind laut Website der JVA für den geschlossenen Vollzug vorgesehen, 22 für den offenen Vollzug. Derzeit sind dort insgesamt 167 Bedienstete tätig. Derzeit gibt es im deutschen Bundesland Thüringen sieben Justizvollzugseinrichtungen mit insgesamt rund 2.000 Haftplätzen. (APA, 30.3.2013)

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