Kartoffelgulasch, indisch und verschneit

9. April 2013, 16:57
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Vegetarisch im Schutzhaus: Harald Fidler ist kein Weg zu weit

Eigentlich wäre Filippou durchaus die schlüssigste Location gewesen, um nach zwei Jahren Pause wieder mit der Vegetarierin zu essen. Allein: In der Voreröffnungswoche freilich wäre es zu schön gewesen, mit "bitteheuteabend" einen Tisch zu bekommen. Immerhin, Sie haben's womöglich letzte Woche gelesen oder gesehen: zwei Tage später waren Filippous so freundlich.

Gut, die Meierei im Stadtpark wär ja immer ein nahe liegender Plan - allein: Um 18 Uhr zwar nur zwei Tische besetzt, aber alles spätestens ab 19 Uhr vorreserviert, wird uns beschieden. Man kann sich nur freuen über soviel Zuspruch für Gastronomie mit Anspruch in Wien.

Ratrakwetter auf dem Heuberg

Dann trotzen wir eben dem Schnee und gurken auf den Heuberg, genauer: in die Röntgengasse 39. Indisch im Schutzhaus, von Corti hoch gelobt, das klingt doch spannend. Ist es auch definitiv. Von der friedlichen Koexistenz des Zwiebelrostbratens auf der Tafel (der die Vegetarierin sichtlich ein wenig an meiner Ankündigung zweifeln ließ), der Ankündigung des nächsten indischen Abends, der jedenfalls indischen Soap im Schank- und Rauchzimmer und der fetten Schneedecke im Garten.

Auch ein halbes Jahr nach Cortis Entdeckungslob und trotz widrigster Witterung scheint das Lokal durchaus zu brummen. Sehr erfreulich. Sehr erfreuliche Perspektive für einen vielleicht doch irgendwann eintrudelnden Sommer, hoch über Hernals im Garten gut, ja sehr gut indisch zu essen.

Kartoffelgulasch auf Indisch

Zum Beispiel Methu Vadai, weiche Laibchen von weißen Linsen, mit ziemlich scharfem Grün dazu, haben mir gefallen. Oder ein Boori-Masal für die Vegetarierin, für eine Vorspeise fast ein bisserl sehr üppig. Die Karte übersetzt das Gericht recht schutzhauskompatibel als "Fladenbrot mit Kartoffelgulasch".

Ich freue mich noch über indische Kartoffelklößchen ("Malai Kotta Curry"), die Vegetarierin über Mutter Paneer Masala, grüne Erbsen also mit hausgemachtem gebratenem Käse und würziger Sauce.

Die Weine waren okay, haben mich jetzt aber nicht so richtig umgeworfen. Andererseits: Was erwartet man schon von einem Schutzhaus? Da lass ich mich doch lieber indisch überraschen. (Harald Fidler, derStandard.at, 9.4.2013)

  • Für eine Vorspeise fast ein bisserl üppig: Boori-Masal für die Vegetarierin, Kartoffelgulasch auf Indisch eben.
Restaurant Schutzhaus HeubergZweimal zwei Gänge, Saft, Wein, Kaffee: 46,70 Euro
    foto: harald fidler

    Für eine Vorspeise fast ein bisserl üppig: Boori-Masal für die Vegetarierin, Kartoffelgulasch auf Indisch eben.

    Restaurant Schutzhaus Heuberg
    Zweimal zwei Gänge, Saft, Wein, Kaffee: 46,70 Euro

  • Linsen-Laibchen für mich, weich und fein - das Grün im Hintergrund deutlich schärfer als im Bild.
    foto: harald fidler

    Linsen-Laibchen für mich, weich und fein - das Grün im Hintergrund deutlich schärfer als im Bild.

  • Haupt-Gericht, im Vordergrund meine indischen Kartoffelklößchen, dahinter der Vegetarierin Paneer. Sehr, sehr gut, kann ich berichten.
    foto: harald fidler

    Haupt-Gericht, im Vordergrund meine indischen Kartoffelklößchen, dahinter der Vegetarierin Paneer. Sehr, sehr gut, kann ich berichten.

  • Und so kann ein indisch-wienerischer Schutzhausschanigarten im Frühling aussehen.
    foto: harald fidler

    Und so kann ein indisch-wienerischer Schutzhausschanigarten im Frühling aussehen.

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