Maßgeschneiderte Kinderbetreuung

29. März 2013, 17:05
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Das Kinderbüro der Universität Wien bietet seit 2005 mit dem Projekt Flying Nanny individuelle Kinderbetreuung für Firmen an

Damit auch betreuungspflichtige Wissenschafterinnen und Wissenschafter an Tagungen und Kongressen an der Uni Wien teilnehmen können, wurde 2005 das Projekt Flying Nanny ins Leben gerufen. Mittlerweile wird die flexible Kinderbetreuung des Kinderbüros der Uni auch von mehr als 40 Unternehmen genutzt.

Die Betreuung findet meist direkt in den Unternehmen statt. "Die Rahmenbedingungen können in jedem Unternehmen so gestaltet werden, dass sich Kinder dort wohlfühlen", sagt Karoline Iber, Geschäftsführerin des Kinderbüros der Uni Wien. "Und sobald Kinder im Unternehmen sind, ändert sich auch die Atmosphäre", ergänzt Iber. Die Vorlaufzeit variiert. Für einzelne Tage während des Jahres reichen zwei bis drei Wochen. Zur Ferienzeit oder an Fenstertagen sei die Nachfrage klarerweise aber besonders hoch, sagt Iber.

Für alle Anforderungen

Die Nannys, meist sind es Studentinnen, es gibt aber auch einige männliche Kollegen unter ihnen, werden für diese Aufgabe pädagogisch weitergebildet. Die Studienrichtungen sind breitgefächert. "Das ermöglicht es uns auch, auf besondere Bedürfnisse wie beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse oder Gebärdensprache bei der Betreuung einzugehen", ergänzt sie. Grundvoraussetzung für Nannys ist die Freude an der Arbeit mit Kindern, daneben ist auch ein großes Maß an Flexibilität und der Wille zur Weiterbildung erforderlich, umschreibt Iber die Anforderungen.

Derzeit sind gut 70 Nannys im Einsatz. Im vergangenen Jahr wurden von ihnen mehr als 3000 Kinder an 105 Tagen betreut. Die Betreuungsdauer reicht von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Für jede Betreuung gibt es ein maßgeschneidertes Programm. Das reicht von Basteln über Ausflüge bis hin zu Trommelworkshops. Das hänge von der Größe der Gruppe und auch vom Alter der Kinder ab. Denn es soll für die Kleinen ein besonderer Tag werden. "Wir warnen Unternehmen auch immer, dass Kinder auch laut sein können", ergänzt sie. Im Durchschnitt würde eine Nanny vier Kinder betreuen. "Dieses gute Betreuungsverhältnis braucht es auch" , sagt die Pädagogin. Denn zum einen würden die Nannys die Kinder nicht kennen, und zum anderen kennen sich auch die Kinder untereinander kaum.

Die Kosten für die Betreuungseinsätze würden zum Großteil vom Unternehmen getragen. "Die große Nachfrage nach den Flying Nannys zeigt, dass das Prädikat 'Familienfreundliches Unternehmen' immer ernster genommen wird", sagt Iber.

Neu sei, dass immer mehr Unternehmen auch für ihre Kunden Kinderbetreuung anbieten möchten. So biete das Sanatorium Hera zu bestimmten Terminen Kinderbetreuung während der Vorsorgeuntersuchung an, ergänzt sie als Beispiel. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, 30./31.3./1.4.2013)

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    Derzeit sind gut 70 Nannys im Einsatz.

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