Krise hat Slowenien fest im Griff

29. März 2013, 14:28
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Das slowenische Bruttoinlandsprodukt soll heuer noch stärker einbrechen als ursprünglich erwartet

Ljubljana - Sloweniens staatliches Institut für Makroökonomische Analysen und Entwicklung (UMAR) erwartet in seiner aktuellen Wachstumsprognose einen BIP-Einbruch von 1,9 Prozent. Im vergangenen Herbst war man noch von einem Rückgang von 1,4 Prozent ausgegangen. Mit einem bescheidenen Wachstum von 0,2 Prozent wird 2014 gerechnet.

Die Wirtschaftsleistung in Slowenien wird heuer zum zweiten Jahr in Folge zurückgehen. Im Vorjahr brach das BIP um 2,3 Prozent ein. Das Wirtschaftsinstitut der Regierung warnt jedoch, dass der BIP-Einbruch heuer noch höher sein könnte. Die Risiken dafür seien mit Unsicherheiten im internationalen Umfeld sowie mit dem Verlauf der Sanierung des angeschlagenen Bankensektors und Konsolidierung der Staatsfinanzen verbunden, hieß es am Freitag.

Weitere Dämpfung der Exporte

Die schwache internationale Konjunktur werde die slowenischen Exporte, den wichtigsten Wachstumstreiber, weiter dämpfen. UMAR geht für 2013 von einem schwachen Exportwachstum von 1,2 Prozent aus. Im Vorjahr stagnierten die Exporte quasi bei einem Plus von 0,3 Prozent.

Am stärksten dürfte der schwächelnde inländische Konsum die Wirtschaftsleistung belasten. Heuer soll der Konsum um 3,4 Prozent zurückgehen, nach einem Minus von 5,7 Prozent im Vorjahr. Der Konsum der privaten Haushalte soll sich heuer um 4 Prozent verringern, nachdem er im Vorjahr um 2,9 Prozent zurückging. Die Ausgaben der öffentlichen Hand sollen um 2,9 Prozent fallen, nach einem Minus von 1,6 Prozent im Jahr 2012. Die Bruttoanlageinvestitionen, die seit vier Jahr in Folge stark schrumpfen (um 9,3 Prozent im 2012), sollen heuer um 0,5 Prozent zurückgehen.

Auf dem Arbeitsmarkt erwartet UMAR eine weitere Verschärfung der Lage: Heuer wird mit einer Arbeitslosigkeit von 13,4 Prozent bzw. mit 123.500 Arbeitslosen gerechnet. Im nächsten Jahr soll die Arbeitslosigkeit in dem Zwei-Millionen-Land auf 13,6 Prozent bzw. 124.000 Arbeitslose steigen.

Kandidat für Rettungsschirm

Nach dem Hilfspaket für Zypern gilt unter Ökonomen neben anderen Ländern wie Spanien auch Slowenien als nächster Kandidat für den Euro-Rettungsschirm. Das einstige Musterland, das 2004 der EU beitrat und bereits drei Jahre später den Euro einführte, leidet unter einer schweren Krise. Zudem ächzen die slowenischen Banken unter faulen Krediten in Höhe von sieben Mrd. Euro, was rund 20 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung entspricht. Zentralbankchef Marko Kranjec äußerte sich jedoch überzeugt, dass sein Land Zypern nicht unter den Rettungsschirm folgen werde. (APA, 29.3.2013)

 

 

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    Proteste gegen das Sparprogramm gab und gibt es auch in Slowenien.

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