Maklern reicht es: "Hände weg von Provisionen"

29. März 2013, 13:31
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Fachverbandsobmann Malloth sieht "konzertierte Attacke gegen eine ganze Branche"

Seit zwei Wochen ist das Thema Wohnen in aller Munde, und seit Kurzem wird auch wieder über die Maklerprovisionen geredet. Wie berichtet, forderten Mietervereinigung Österreich (MVÖ) und Sozialistische Jugend (SJ) Anfang der Woche, dass die Maklerprovision nur noch vom Vermieter bezahlt werden soll. Zahlreiche SPÖ-Funktionäre und –Organisationen unterstützten in der Folge das Vorpreschen, für das auch Wohnbau-Experte Wolfgang Amann im derStandard.at-Gespräch Sympathien äußerte.

"Unterstützung und Begleitung des Mieters"

Thomas Malloth, Bundesobmann des WKÖ-Fachverbandes der Immobilientreuhänder, reicht es jetzt aber mit der Diskussion. "Die Vermittlungsprovision stellt ein angemessenes Honorar für eine Dienstleistung dar, wie es Dienstleistern zusteht", schreibt er in einer Aussendung vom Freitag. "Immobilienmakler investieren bei der Vermittlung einer Mietwohnung einen Großteil des Aufwandes ausschließlich in die Unterstützung und Begleitung des Mieters bei der  Wohnungssuche und beim Vertragsabschluss."

Insbesondere die Äußerungen von SPÖ-Seite sind Malloth ein Dorn im Auge. "Dass einer politischen Partei in Österreich und ihren Teil- und Vorfeldorganisationen zum Thema 'leistbares Wohnen' nichts Besseres einfällt als einmal mehr konzertiert gegen eine ganze Berufsgruppe loszuziehen, zeigt ganz klar, wessen Geistes die Damen und Herren sind."

Offenbar glaube man in der SPÖ-Zentrale, "mit Forderungen nach einer Vermieterprovision politisches Kleingeld auf dem Rücken der Immobilienmakler machen zu können". Und auch "weitere unqualifizierte Kommentare branchenfremder Personen" über die Auswirkungen der Provisionskürzung 2010 seien "mehr als entbehrlich und von den Tatsachen weit entfernt", so Malloth. Wie berichtet, hatte Amann auch gesagt, dass die Makler die damaligen Kürzungen aus seiner Sicht relativ problemlos "geschluckt" hätten.

"Schwere Verluste" im Jahr 2010

"Faktum ist: Die österreichischen Immobilientreuhänder haben durch die Senkung der Höchstprovision auf Mieterseite 2010 schwere Verluste einstecken müssen, von denen sich die Branche noch länger nicht erholen wird", so Malloth am Freitag.

Neuerliche Provisionskürzungen würden zu einem "wirtschaftlichen Aushungern" der Maklerbranche führen, warnt der Fachverbandsobmann, "und das wäre auch für die Konsumenten ein schwerwiegender Nachteil. Darum: Hände weg vom Thema Maklerprovision! Es geht um nichts weniger als um die Existenz eines ganzen Berufsstandes mit mehr als 8.500 Betrieben mit rund 20.000 Vollzeitbeschäftigten." (red, derStandard.at, 29.3.2013)

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