Kommunalkredit-Verkauf braucht abermals länger

29. März 2013, 11:15
13 Postings

Das Finanzministerium hat in Brüssel neuerlich um eine Fristerstreckung ersucht

Wien - Bis Ende März hätte die Republik Zeit gehabt, die notverstaatlichte Kommunalkredit zu privatisieren, was aber wieder nicht geklappt hat. Rechtzeitig vor Ablauf der Frist hat nun der Bund in Brüssel erneut um eine Fristverlängerung angesucht, berichtet das "WirtschaftsBlatt". "Das Ansuchen des Finanzministeriums ist vor Ablauf der Frist erfolgt", zitiert das Blatt Adolf Wala, Vorstand der Fimbag, die für das Finanzministerium den Verkaufsprozess begleitet.

"Rechtlich zu komplex"

Die notverstaatlichte Kommunalkredit Austria AG, der gute Teil der ehemaligen Kommunalkredit, hätte eigentlich schon bis Jahresende 2012 wieder privatisiert werden sollen, was aber nicht gelungen ist, weil die Angebote der Bieter rechtlich zu komplex gewesen seien, hieß es damals. Daher bemühte sich das Finanzministerium um eine Verlängerung der Frist um drei Monate, die von der EU-Kommission auch gewährt wurde. Diese Frist ist nun wieder ergebnislos verstrichen.

Die Bank wurde vom Staat mit 250 Mio. Euro frischem Kapital ausgestattet und diesen Betrag sollte die Entstaatlichung auch wieder einspielen. Marktkenner rechnen laut Zeitung mit einem Erlös von maximal 125 Mio. Euro bei der Privatisierung. Für den Fall, dass die Kommunalkredit auch nach einer weiteren Verlängerung nicht zu verkaufen ist, kursierten schon Ideen: Eine davon ist die Schaffung einer eigenen Infrastrukturbank.

Zeithorizont von zwei Jahren

Wie lange nun die Republik Zeit hat, die Kommunalkredit zu veräußern, ist unklar: "Im Ansuchen an die Kommission wurde keine Frist vorgeschlagen", erklärte Wala der Zeitung. Er rechnet nun damit, dass die EU in den nächsten Wochen darüber entscheiden wird. In Österreich wurde zuletzt ein Zeithorizont von zwei Jahren diskutiert. So lange soll der Prozess nach Einschätzung von Fimbag-Vorstand Wala nicht dauern. "Der Verkauf könnte durchaus heuer noch gelingen."

An der Bieterzahl hat sich nichts geändert. Dem Vernehmen nach liegen vier Angebote am Tisch, die seien jedoch "komplex und von allen Seiten zu bewerten", so Wala. Untern den Interessenten soll sich auch die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) und die New Yorker Private Equity-Firma Apollo Global Management befinden. (APA, 29.3.2013)

  • Fimbag-Vorstand Wala: "Der Verkauf könnte durchaus heuer noch gelingen."
    foto: kommunalkredit

    Fimbag-Vorstand Wala: "Der Verkauf könnte durchaus heuer noch gelingen."

Share if you care.