Obamas Charme-Offensive in Israel zeigt Wirkung

29. März 2013, 11:48
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Seit seinem Besuch sank die Zahl der Israelis, die glauben, dass der Präsident pro-palästinensisch agiert, um 20 Prozent

Über vier Jahre ließ sich der amerikanische Präsident Barack Obama Zeit, bis er zum ersten Mal Richtung Israel aufbrach. Die Beziehung zu einem der wichtigsten Verbündeten schien der US-Regierung nicht so wichtig. Ein bei der israelischen Bevölkerung weit verbreiteter Eindruck, den Obama nun durch seinen dreitägigen Besuch wieder etwas entschärfen konnte.

Eine Umfrage von Smith Research im Auftrag der Jerusalem Post knapp eine Woche nach dem Aufenthalt des Präsidenten zeigt, wie sehr sich die Stimmung innerhalb weniger Tage gedreht hat. Während am 17. März noch 36 Prozent der Befragten die Regierung Obama als pro-palästinensisch einschätzten, waren am 24. März nur mehr 16 Prozent dieser Meinung. Allerdings stieg der Anteil jener, die die Regierung Obama als pro-israelisch bewerten, im selben Zeitraum um nur ein Prozent. Insgesamt 27 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht.

39 Prozent: US-Regierung macht neutrale Politik

Die Anzahl jener Israelis, die zur Frage der Ausrichtung der US-Regierung keine Antwort geben wollen, stieg in der letzten Woche von 12 auf 18 Prozent an. Noch mehr Zuwachs erhielt die Gruppe, derer, die die Politik der US-Regierung als neutral einschätzen. Sie wuchs von 26 Prozent auf 39 Prozent an.

Wenig Eindruck auf die Israelis machten laut Gil Hoffman von der Jerusalem Post Obamas Aussagen auf Hebräisch sowie sein Versprechen, Israel im Ernstfall nicht alleine zu lassen. Den Ausschlag für den Stimmungsumschwung unter den Israelis gaben andere Faktoren: der Kurzaufenthalt Obamas in Ramallah, der von anti-amerikanischen Demonstrationen begleitet worden war, sowie die Enttäuschung der Palästinenser darüber, dass der US-Präsident das Grab von Yassir Arafat nicht besucht hatte. 

Seit vier Jahren befragen die Meinungsforscher von Smith Research regelmäßig die israelische Bevölkerung nach der Ausrichtung der US-Regierungspolitik. Mit 27 Prozent ist der Anteil an Israelis, die die US-Regierungspolitik als pro-israelisch bezeichnen, der höchste seit Mai 2009. (ted/derStandard.at, 29.3.2013)

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    Es waren nicht die Reden sondern der negative Empfang im Westjordanland, der viele Israelis überzeugte, dass Obama kein pro-palästinensischer Politiker ist.

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