Unterschiedliche Auswahluniversen

29. März 2013, 08:11
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Capped Bonus-Zertifikat mit jährlichen Ausschüttungen

Anlässlich der Dividendensaison wurden im letzten ZertifikateReport (2013/10) Anlagezertifikate vorgestellt, die eine Partizipation an der Wertentwicklung dividendenstarker Titel versprechen. Der Marktüberblick soll an dieser Stelle ‑ ohne Anspruch auf Vollständigkeit ‑ fortgesetzt werden.

Gemeinsames Indexauswahlkriterium: realisierte Dividendenrendite

Vontobel setzt mit einem Zertifikat auf den DJ EURO STOXX Dividend 30 Total Return (DE000BVT7CW4) auf einen Index, der diejenigen 30 Titel aus dem EuroStoxx50 versammelt, die sich durch die höchste Dividendenrendite auszeichnen und deren Maximalgewichtung bei 15 Prozent liegt. Bei jährlichem Rebalancing beträgt die Managementgebühr 0,30 Prozent p.a.

Wer das DAX-Universum bevorzugt, könnte zu Zertifikaten auf den DivDAX greifen. Dieser Index wählt jährlich die 15 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus dem DAX aus. Die Gewichtung wird vierteljährlich angepasst. Aber Vorsicht: Die Deutsche Börse berechnet zwei Varianten des DivDAX: einen Preis- und einen Total Return-Index. Nur in letzterem werden jedoch die Dividenden nach DAX-Vorbild reinvestiert. In Preisindizes gehen lediglich die Aktienkurse ein, d.h. Dividendenabschläge senken den Indexstand. Was bei manch strukturiertem Produkt sinnvoll sein kann (wo die Dividenden etwa zur Finanzierung eines Bonus-Mechanismus benötigt werden), erweist sich bei Indextrackern, deren Zweck das Sammeln von Dividenden ist, als hundertprozentig sinnfrei. Es sollten daher ausschließlich Zertifikate gekauft werden, deren Basiswert der DivDAX Total Return Index ist, wie etwa von der HVB (DE000HV0ED72, Managementgebühr 0,25 Prozent p.a.).

Die SG bietet mit der Dividend Star-Familie eine Produktpalette auf Dividendentitel verschiedener Regionen an. Die Dividend Stars Germany (DE000SG0EDK6) vereinen gleichgewichtet stets die zehn Aktien des DAX mit der höchsten realisierten Dividendenrendite. Sämtliche Zahlungen werden in den Index reinvestiert, zusätzlich werden die bei negativem Jahresergebnis substanzausschüttenden Unternehmen per Indexregel ausgeblendet. Für die halbjährlichen Anpassungen bzw. Neu-gewichtungen berechnet die Emittentin eine Managementgebühr in Höhe von 0,6 Prozent p.a.

ZertifikateReport-Fazit: Auf Sicht von einem, drei und fünf Jahren hängen bisher alle Zertifikate der Performance ihrer Benchmark-Auswahluniversen hinterher. Dies liegt daran, dass nicht die erwartete, sondern die realisierte Dividendenrendite Auswahlkriterium ist und Dividendenerhöhungen somit systematisch zu spät berücksichtigt werden (zum DJ Forecasted Dividend Plus Index siehe Beitrag im ZR 2013/10).

Walter Kozubek ist Herausgeber des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich.
Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de.

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