Blaue Sternen-"Säuglinge" in einem offenen Haufen

30. März 2013, 18:00
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NGC 2547 liegt in 1.500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Vela und ist gerade einmal zwischen 20 und 30 Millionen Jahre alt

Unser Universum existiert bereits seit etwa 13,8 Milliarden Jahren. Damit zählt unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, mit mehr als 13 Milliarden Jahren zu den kosmischen Greisen. Unsere Sonne ist im Vergleich dazu ein Objekt mittleren Alters: sie entstand vor etwa 4,6 Milliarden Jahren und hat noch nicht einmal die Mitte ihres Lebens erreicht. Wirklich jung ist dagegen diese Ansammlung blauer Sterne. Die Mitglieder des Sternhaufens NGC 2547 sind nach Schätzungen von Astronomen gerade einmal zwischen 20 und 30 Millionen Jahre alt - im Grunde also kaum mehr als Sternen-"Säuglinge".

NGC 2547 liegt am Südsternhimmel im Sternbild Vela (das Segel) und ist etwa 1.500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Sternhaufen ist hell genug, um ihn ohne Anstrengung mit dem Fernglas sehen zu können. Im Jahr 1751 wurde er von dem französischen Astronomen Nicolas-Louis de Lacaille während einer astronomischen Expedition zum Kap der Guten Hoffnung in Südafrika mittels eines winzigen Teleskops mit einer Öffnung von weniger als zwei Zentimetern entdeckt.

Für diese Aufnahme kam dagegen etwas fortschrittlichere Technik zum Einsatz: Sie entstand mit dem Wide Field Imager am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop am La Silla-Observatorium der ESO in Chile. Zwischen den hellen Sternen lassen sich auch viele andere Objekte erkennen, insbesondere wenn man die zoombare Version dieses Bildes betrachtet. Viele dieser Objekte sind weiter entfernte oder lichtschwache Sterne in der Milchstraße. Einige jedoch, die als unscharfe ausgedehnte Objekte erscheinen, sind Galaxien, die sich Millionen von Lichtjahren hinter den Sternen im Blickfeld befinden.

Kurzlebige Sternhaufen

Die meisten Sterne entstehen nicht in Abgeschiedenheit, sondern in Sternhaufen mit einer großen Anzahl von Sternen. Ihre Anzahl reicht von mehreren zehn bis zu einigen tausend Sternen. Während NGC 2547 viele heiße Sternen enthält, die hell und blau leuchten, was ein Zeichen ihrer Jugend ist, kann man auch ein oder zwei gelbe oder rote Sterne finden, die sich schon zu Roten Riesen entwickelt haben. Da die Sterne auseinander driften, aus denen sich der Sternhaufen zusammensetzt, haben offene Sternhaufen wie dieser in der Regel eine vergleichsweise kurze Lebensdauer, bevor sie sich auflösen. Diese Zeitspanne liegt im Bereich von einigen hundert Millionen Jahren.

Sternhaufen sind für Astronomen, die untersuchen, wie sich Sterne während ihres Lebens entwickeln, besonders wichtig. Die Sterne eines Sternhaufens sind alle aus dem gleichen Material und etwa zur selben Zeit entstanden. Dies macht es leichter, die Auswirkungen anderer Eigenschaften der Sterne auf ihre Entwicklung zu bestimmen. (red, derStandard.at, 30.03.2013)

  • Der helle offene Sternhaufen NGC 2547 im Sternbild Vela. Zwischen den hellen Sternen sind zahlreiche ferne Galaxien zu sehen, von denen einige eine gut erkennbare Spiralform aufweisen.
    foto: eso

    Der helle offene Sternhaufen NGC 2547 im Sternbild Vela. Zwischen den hellen Sternen sind zahlreiche ferne Galaxien zu sehen, von denen einige eine gut erkennbare Spiralform aufweisen.

  • Dieses Bild wurde aus Aufnahmen erstellt, die Teil des Digitized Sky Survey 2 sind. Es zeigt die sternreiche Himmelsregion rund um den offenen Sternhaufen NGC 2547 (Bildmitte).
    foto: eso/digitized sky survey 2. acknowledgement: davide de martin

    Dieses Bild wurde aus Aufnahmen erstellt, die Teil des Digitized Sky Survey 2 sind. Es zeigt die sternreiche Himmelsregion rund um den offenen Sternhaufen NGC 2547 (Bildmitte).

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