"Medienethik darf und soll irritieren"

28. März 2013, 18:10
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Presseräte weisen Kritik von "Krone"-Jurist zurück: Ethik-Ansatz "strenger als Recht"

Wien - Der Presserat überschreite seine Befugnisse und den Ehrenkodex: Das warf Ernst Swoboda, Geschäftsführer von Kronehit und lange Mediaprint-Justiziar, dem Selbstkontrollorgan österreichischer Printmedien vor. Ebenfalls in der Fachzeitschrift "Medien & Recht" weisen das nun gleich drei Vertreter des Presserats zurück.

Franz C. Bauer von "Trend" und "Profil" ist Vizepräsident des Trägervereins, Andreas Koller ("Salzburger Nachrichten") spricht für einen der beiden Ratssenate, Alexander Warzilek ist Geschäftsführer des Rates.

"Der ethische Ansatz des Presserats reicht weiter und ist strenger als jener des Rechts", halten sie Swobodas juristischen Bedenken entgegen. Der Trägerverein "arbeitet auch an der Fortentwicklung journalistischer Standards für den Journalismus mit". Verfahren ohne Beschwerde und über Nichtmitglieder wie "Krone", "Heute" und "Österreich" führten auch Presseräte in anderen Ländern, etwa Deutschland. "In den Verfahren des Presserats geht es um eine medienethische Entscheidung und nicht um die Klärung von rechtlichen Fragen", schreiben sie. Und: "Medienethik darf und soll irritieren." (fid, DER STANDARD, 29.3.2013)

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