Ex-Mitarbeiterin bringt WKÖ um 660.000 Euro

28. März 2013, 17:15
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Frau soll über Jahre hinweg Betriebe von der Grundumlage verschont haben

Innsbruck - Die Tiroler Wirtschaftskammer ist offenbar von einem finanziellen Großschaden betroffen. Eine ehemalige Mitarbeiterin soll über Jahre hinweg Betriebe von der jährlichen Grundumlage verschont und die Kammer so um 660.000 Euro geschädigt haben, berichtete die "Tiroler Tageszeitung".

Die ehemalige Mitarbeiterin hat demnach 16 von insgesamt 48.000 Betrieben geschont haben. Dabei habe sie das Kontrollsystem umgangen, sagte Tirols Wirtschaftskammer-Chef Horst Wallner am Donnerstag. "Sie hat die Vorschreibungen mit Transferzahlungen verschleiert."

Zwölf Jahre unentdeckt

Aufgeflogen seien die Malversationen nach der Pensionierung der Mitarbeiterin im Februar, hieß es in dem Bericht. Zwischen den "verschonten" Betrieben und der ehemaligen Angestellten bestehe jedoch keine Verbindung, betonte Wallner, "auch nicht zwischen den Firmen". Die Verantwortlichen hätten derzeit keine Hinweise auf das Motiv der ehemaligen Mitarbeiterin. Eine Selbstbereicherung sei ebenfalls nicht feststellbar. Die mutmaßlichen Malversationen konnten durch Unterlagen bis ins Jahr 2001 zurückverfolgt werden.

Sicher sei, dass die Frau wissentlich gehandelt habe. Denn schließlich habe sie die Kontrollmechanismen umgehen müssen, so der Direktor. Wallner bekräftigte, die Gelder von den betroffenen Betrieben zurückfordern zu wollen. Laut Zeitungsbericht geht es um 340.000 Euro, die Kammer habe Schritte zu einer lückenlosen Aufklärung eingeleitet. Anwälte bereiten Wallner zufolge eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft vor. (APA, 28.3.2013)

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