Die Schulterpolster der Black Music

28. März 2013, 17:02
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Der Club Tabu huldigt am Samstag in Wien im wiedereröffneten Roxy dem schwarzen Dancefloor der Achtzigerjahre

Als sich der Rhythm and Blues nach der Disco-Welle der späten Siebzigerjahre zunehmend zu einem epischen Format entwickelte, galt das amerikanische Tabu-Records-Label mit Künstlern wie der S.O.S. Band oder Alexander O'Neil als wesentlicher Branchenplayer. Die Synthesizer lernten den Funk zu spielen. Die Bässe tönten zunehmend gläsern, und überhaupt begann der kühle Hedonismus der Achtzigerjahre seine Wirkung auch im R&B zu entfalten.

Die Tabu-Records-Haus-und-Hof-Produzenten Jimmy Jam und Terry Lewis, die in den frühen Achtzigerjahren als The Time gemeinsame musikalische Sache mit Prince und später Janet Jackson machten, gelten heute als wichtige Wegbereiter des Neo-Soul der Nullerjahre. Morgen, Samstag, wird in Wien akustisch zurückgeblickt. Der nach dem Label benannte Club Tabu huldigt dem schwarzen Dancefloor der Achtzigerjahre schon seit längerer Zeit.

Dabei hat der Club doppelten Grund zu feiern. Nicht nur dass man ins wiedereröffnete Roxy übersiedelt - Tabu Records beginnt nun auch den gesamten Backkatalog sowohl mit opulenten CD-Reissues als auch schweren Vinyleditionen wiederzuveröffentlichen. Mit einer abendfüllenden Werkschau ist zu rechnen, die wohl Skurrilitäten wie Kostbarkeiten zutage fördert. Lalo Schifrin wagte sich einst mit dem Album No One Home für Tabu Records ins R&B-Fach. Dienst hinter den Plattentellern haben die DJs Hausmeister, Patrice und Funky Chris. (lux, DER STANDARD, 29.3.2013)

30. 3., Roxy, 1040 Wien, Operng./Faulmanng. 23.00

  • Im Club Tabu huldigt man dem schwarzen Dancefloor der 80er, am Pult steht u. a. DJ Funky Chris. 
    foto: club tabu

    Im Club Tabu huldigt man dem schwarzen Dancefloor der 80er, am Pult steht u. a. DJ Funky Chris. 

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