Mit Ghega geht's gemütlich ins Gelände

29. März 2013, 16:56
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Die Semmeringbahn führt bei einer Tour über den Kreuzberg recht kreuzschonend zur Speckbacher Hütte

Bei einer Wanderung über den Kreuzberg im Semmeringgebiet drängt sich die berühmte Ghega-Gebirgsbahn als Anstiegshilfe geradezu auf. Sie erspart einem immerhin rund 300 Höhenmeter. Zudem: Wer weiß schon, wie lange es zwischen Payerbach und Semmering noch einen regionalen Personenverkehr geben wird, sollte der Tunnel unter dem Berg doch einmal fertiggestellt sein. Bei der Unesco, die die Strecke seit 1998 zum Weltkulturerbe zählt, wurden jedenfalls bereits Bedenken angemeldet, dass der Bau des Basistunnels diesen Status durch Veränderungen an der Landschaft wieder gefährden könnte.

Der Besuch der Speckbacher Hütte hat einen Hauch von Nostalgie. Die 1901 in einem Ottakringer Wirtshaus von einer Stammtischrunde gegründete " Ausflugsgesellschaft Speckbacher" - die wenig später in eine alpine Gesellschaft mutierte - errichtete 1907 auf dem Wachthüttelkamm der Rax eine kleines Schutzhaus, welches jedoch bereits 1927 aus Wasserschutzgründen wieder abgetragen werden musste.

Die Speckbacher kauften daraufhin auf dem Kreuzberg oberhalb von Breitenstein ein Jagdhaus, bauten es zu einem Schutzhaus um und eröffneten schon 1928 ihre neue Speckbacher Hütte, die bis heute ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Von den freien Flächen neben dem Schutzhaus bietet sich eine fantastische Sicht zum höchsten Teil der Rax, zur Kampalpe und zum Sonnwendstein. Dieser Ausblick wird noch von jenem auf der Stoijerhöhe übertroffen. Die Südseite des Schneebergs bildet mit der gesamten Rax ein Panorama, von dem man sich nicht so leicht losreißen kann. Der Blick in den unteren Teil des Höllentales, sowie auf Gahns und Krummbachstein und in das Schwarzatal verstärkt noch den gewaltigen Eindruck der Weite.

Rothschilds Rhododendron

Der neben der Hütte stehende, weiß blühende Rhododendronstrauch - im Jahre 1908 von Baron Rothschild aus dem Himalaja importiert - gilt als der größte in Mitteleuropa und beeindruckt nicht nur die Botaniker.

Die Wanderung ist nicht besonders anstrengend, da einem - wie eingangs erwähnt - der Zug einen Teil des Anstiegs abnehmen kann. Von Breitenstein bis zum Rücken des Kreuzbergs ist der Weg steil, sonst gibt es aber keine besonderen Schwierigkeiten.

Die Wanderroute

Von der Bahnstation Breitenstein wandert man ein Stück die Straße aufwärts und hält sich dann nach rechts auf die blaue Markierung, die über freies Gelände in den Wald führt. Steil steigt man nun in Serpentinen an, erreicht bei einem Bauernhof wieder freies Terrain und die nach links zur Speckbacher Hütte führende rote Markierung. Gehzeit ab Breitenstein 1¼ Stunden.

Nun wenige Meter zurück und dann auf die nach links abzweigende rote Markierung. In ständigem Abstieg gelangt man zur Kapelle auf dem Kasbichl und später zu den freien Flächen der Stoijerhöhe. Gehzeit ab Speckbacherhütte eine Stunde.

Auf einem Fahrweg und später auf einem Steig quert man in den Payerbachgraben und wandert dann auf der wenig befahrenen Straße nach Payerbach und zum Bahnhof Payerbach-Reichenau. Die Gehzeit ab Stoijerhöhe beträgt rund 1¼ Stunden. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 30.3.2013)

  • Wandern im Semmeringgebiet ist auch im Winter sehr reizvoll.
    foto: österreich werbung/jezierzanski

    Wandern im Semmeringgebiet ist auch im Winter sehr reizvoll.

  • Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz im Aufstieg 300 Meter, im Abstieg rund 600 Meter. Speckbacher Hütte durchgehend bewirtschaftet, (Dienstag Ruhetag). ÖK25V Blatt 4212-Ost (Gloggnitz) und 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50. 000
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz im Aufstieg 300 Meter, im Abstieg rund 600 Meter. Speckbacher Hütte durchgehend bewirtschaftet, (Dienstag Ruhetag). ÖK25V Blatt 4212-Ost (Gloggnitz) und 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50. 000

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