Wann der Raiffeisenboss den "Kurier"-Chef anruft

Im "Datum"-Porträt gewährt Erwin Hameseder Einblicke, wann er zum Telefon greift

Erwin Hameseder kontrolliert als Raiffeisenchef die "Kurier"-Mehrheit. "Ich mache kein Geheimnis daraus, dass der 'Kurier' meine Lieblingszeitung ist, no na ned." In der aktuellen Ausgabe widmet sich "Datum" Hameseder. Er beerbte vor rund einem Jahr Christian Konrad an der Spitze des mächtigen Konzerns. Ein Viertel der heimischen Medienlandschaft zählt "Datum" zum Konglomerat "Raiffeisen"-Medien. Von Anteilen an der Tageszeitung "Kurier" sowie an der Verlagsgruppe News bis zum Mediaprint-Verlag und der ORF-Sendertochter ORS.

Hameseder ist nicht immer zufrieden mit der Berichterstattung seiner Lieblingszeitung, dem "Kurier", wie er gegenüber "Datum" sagt. Die Folge: er ruft Helmut Brandstätter, den Chefredakteur an: "Hin und wieder rufe ich in der Früh den Herrn Chefredakteur an, um zu fragen, was hinter manchen Artikeln steckt und wie das zu verstehen ist. Wenn man glaubt, dass sich jemand in der Redaktion im Ton vergriffen hat, das sind dann schon Themen, wo ich zum Telefon greife."

Und weiter: "Man hat ja ein anderes Hintergrundwissen. Oftmals frage ich mich bei wirtschaftlichen Themen: Warum hat man nicht auch diese oder jene Seite beleuchtet? Ein Eingreifen direkt bei den Redakteuren gibt es bei mir nicht, das hat auch Christian Konrad nicht gemacht", so Hametseder.

Vorgänger Konrad managt noch die Raiffeisen-Medienholding Medicur. (red, derStandard.at, 28.3.2013)

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