Sensationen unbekannter Destinationen

10. April 2013, 17:00
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Unerschlossene touristische Highlights am Schwarzen Kontinent

Immer noch versprüht der Kontinent Afrika magische Anziehungskraft für Abenteurer und Entdecker. Das hat sich auch im 21. Jahrhundert nicht geändert. Spektakuläre Landschaften wie Gebirgsmassive, Salzseen, unendlich lange Strände, Savannen und Steppen, Steilküsten mit tosender Brandung, Wälder verschiedenster Klimazonen – und ein reiches Erbe der Vergangenheit – das alles findet man am "Schwarzen Kontinent". Nicht alle Länder sind einfach zu bereisen. Doch gerade das Unerwartete macht das Reisen in Afrika so außergewöhnlich.

"Afrika ist vor allem, wenn man es auf individueller Ebene bereist, ein wirkliches Erlebnis", so Susanna Hagen von Respontour - einer Agentur für nachhaltigen Tourismus. Das sei vor allem dann so, wenn man den Menschen auf gleicher Augenhöhe begegnet, sich mit ihnen unterhält, mit ihnen kocht und lacht. "Menschen, die man in Afrika trifft sind begeistert und haben ernsthaftes Interesse an allem was von auswärts kommt." Hagen, die viele afrikanische Länder bereist hat, berichtet von einer Warmherzigkeit und Gastfreundschaft, die sie auf keinem anderen Kontinent erlebt hat. Hinzu komme noch eine unglaubliche Großzügigkeit und der Spaß zu teilen. Als Expertin für nachhaltigen Fremdenverkehr sieht sie vor allem für Länder, die noch neu auf der touristischen Landkarte sind, ein großes Potenzial für einen sozial- und ökologisch verträglichen Tourismus.

Wir stellen in diesem Artikel einige bisher "weiße Flecken" des Tourismus vor:

Gabun – ÖkoTourismus statt Bodenschatzabbau

Gabun, ehemalige französische Kolonie, ist rund 270.000 Quadratkilometer groß und hat nur rund 1,5 Mio. Einwohner. Bekannt geworden ist die seit Jahren politisch stabile Republik auch durch das Wirken des Deutsch-Französischen Mediziners Dr. Albert Schweitzer und sein Krankenhaus in Lambarene. Tourismus spielte bis jetzt nur eine untergeordnete Rolle. Nur etwa 50.000 ausländische Gäste besuchen jährlich Gabun. Die meisten von ihnen sind Geschäftsleute und Angehörige internationaler Organisationen. Seit einigen Jahren präsentiert sich Gabun als neue Eco-Tourism-Destination. Die Regierung will vom Öl- und Bodenschatzabbau wegkommen und Fremdenverkehr als neue Einnahmequelle erschließen. Dazu hat der ehemalige Staatspräsident El Hadj Omar Bongo insgesamt 13 Nationalparks errichten lassen und elf Prozent der gesamten Staatsfläche unter Schutz gestellt.

Das Land bietet spektakuläre Naturkulissen mit dichtbewaldeten Bergen, Wasserfällen, Mangroven und sogar Wüsten. 64.000 Elefanten, 25.000 Gorillas, 680 Vogelarten und 320 verschiedene Orchideenarten leben in dem Land, in der es nur rund 2.500 Hotelzimmer gibt. Der bekanntesten Parks sind die Reserve de la Lopé, sowie der Ivindo und der Loanga Nationalpark. In allen gibt es einmalige Möglichkeiten, die Tierwelt in der tropischen Natur zu erleben. Im Regenwald trifft man auf Tiefland-Gorillas und Waldelefanten. An der 600 Kilometer langen Küste nistet die weltgrößte Lederschildkrötenpopulation. Vor der Küste kann man Buckelwale und Delfine beobachten.

Gabun verfügt, wie die meisten afrikanischen Staaten, über eine berühmte Holzschnitz-Tradition. Die Künstler der Fang, Kota, Punu und Tsogo sind besonders versiert. Das Handwerk wird von Generation zu Generation weitergegeben. Experten gehen davon aus, dass die Schnitzereien der Kota mit ihren ovalen Gesichtern, und den Kupferbeschlägen auch Pablo Picasso inspiriert haben, der 1907 eine ganze Serie dieser Motive verarbeitete.

Malawi – Sensationelle Seen-Landschaft im ostafrikanischen Grabenbruch

Die ehemalige britische Kolonie Nyassaland liegt am 570 Kilometer langen und 80 Kilometer breiten Malawisee, der fast ein Viertel der Landesfläche einnimmt. Die Landschaft des Staates, der mit knapp 118.000 Quadratkilometern nur eineinhalb Mal so groß ist wie Österreich, ist jedenfalls außergewöhnlich. Zu den großen Sehenswürdigkeiten gehört natürlich der See dessen Ufer von Sandstränden gesäumt sind. Hier sind Wassersportarten wie Segeln, Wasserskifahren oder Surfen möglich. Durch den Artenreichtum der Fische ist der See auch ein Paradies für Taucher.

Nördlich der Hauptstadt Lilongwe liegt der 2.000 Quadratkilometer große Kasungu-Nationalpark mit einer großen Zahl verschiedener Wildtiere. Für eine Großstadt fast schon malerisch erstreckt sich Blantyre - im Süden des Landes - über mehrere Hügel. Schon von weitem strahlen die Berghänge des nahen Mulanje-Massivs in sattem Grün. In dieser Region, in der die höchsten Gipfel bis zu 3.000 Meter aufragen, wächst Tee, der Malawi zum zweitgrößten Teeproduzenten Afrikas gemacht hat. Hier kann man Bergsteigen, wandern oder fischen.

Schon 1913 wurde das nahegelegene Zomba-Plateau zum Waldschutzgebiet erklärt, um den Fortbestand der reichen Vegetation zu gewähren. Der Liwonde-Nationalpark am Südende des Malawi-Sees in Mitten der reizvollen Flusslandschaft des Shire River bietet neben großen Elefantenherden auch einen Einblick in das Leben von Flußpferden.

Bergig ist es auch im Norden: Dort erstreckt sich der 3.200 Quadratkilometer große Nyika-Nationalpark. Während der Regensaison kann man rund 200 verschiedene Orchideenarten in Blüte sehen. Mehr als 400 Vogelarten leben neben Elefanten und Zebras und anderen Säugetieren in diesem Nationalpark, der auch die größte Zahl an Leoparden Afrikas beheimatet. Die Vegetation reicht von Nadelwäldern bis hin zu Grasland.

Wer sich für Musik interessiert, sollte das "Lake of Stars Music Festival", das Ende September/Anfang Oktober am Ufer des Malawi-Sees gefeiert wird, nicht versäumen. Neben lokalen Stars und jener der gesamten südafrikanischen Szene kommen auch regelmäßig Künstler aus Europa angereist.

Sierra Leone – 400 Kilometer Strand am Atlantik

Die ehemalige britische Kolonie Sierra Leone ist mit 72.000 Quadratkilometer kleiner ist als Österreich, und touristisch bisher kaum erschlossen. Dabei bietet das Land eine eindrucksvolle Naturkulisse mit unglaublichen landschaftlichen Schönheiten. Trotz des vergangenen Bürgerkriegs ist die artenreiche Fauna erhalten geblieben. Erst seit kurzem haben sich die politischen Verhältnisse beruhigt. Mögliche Reiseziele sind vor allem die Küstengebiete, wo man auf völlig unberührte Strände stößt.

Palmenstrände findet man schon vor den Toren der Hauptstadt Freetown – wie etwa der beliebte River No. 2 Beach oder der Lumley Beach mit seinen schmucken Strandcafés. Wahrzeichen der Stadt ist übrigens der Old Cotton Tree, der seit 1787 hier steht. Sehenswert sind auch das Nationalmuseum sowie die Foulah Town Moschee, die Methodistenkirche St. John's Maroon, das Gebäude des Obersten Gerichtshof – den so genannten Portugiesischen Treppen und das Eisenbahnmuseum in Cline Town mit der größten Schmalspur-Lokomotive der Welt.

An der Küste sind die vorgelagerten Inseln Banana Islands, Turtle Island und Sherbro Island einen Besuch wert. Alle drei Gebiete bieten gute Tauch- und Schnorchelplätze.

Für Tierliebhaber sind besonders das Schimpansen-Schutzgebiet Tacaguma und der Outamba-Kilimi-Nationalpark von Sierra Leone sehenswert. Neben zahlreichen exotischen Vogelarten kann man hier auch Elefanten, Giraffen, Büffel und viele andere typische Wildtiere beobachten.

Im Outamba-Kilimi lebt die größte Schimpansen-Population Westafrikas. 2007 wurde der Gola-Forest - im Norden zur Grenze zu Liberia – zum Nationalpark erhoben. Den Schutzstatus bekam er aufgrund seiner großen Primärwälder, die so unberührt nur noch selten zu finden sind. Sie bieten ein wichtiges Rückzugsgebiet für zahlreiche seltene Tierarten. Auch hier lassen sich viele verschiedene Affenarten in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Insgesamt leben hier über 50 Säugetierarten, sowie über 250 Vogelarten. (Wolfgang Weitlaner, derStandard.at, 10.04.2013)


Weitere Informationen:

  • Gabun bietet bewaldete Berge und eine reiche Tierwelt ebenso, ...

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  • ... wie bunte Märkte mit tropischen Früchten.

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  • Der Malawisee ist ein Paradies für Wassersportler.

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  • Malawi gehört zu den wichtigsten Teeproduzenten in Afrika.

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  • Freetown, die Hauptstadt von Sierra Leone.

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  • Geparden, Giraffen, Löwen, Gnus, Zebras, Elefanten, Schimpansen - was wäre eine Afrikareise ohne Begegnung mit den faszinierenden Tieren?

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