Der neu entdeckte Reichtum Indochinas

14. April 2013, 17:00
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Großartige Tempelanlagen, vielfältige Landschaften, freundliche Menschen und viele, vom Tourismus noch kaum Berührte Regionen verzaubern Asienreisende

Asien-Reisende schätzen nicht nur das sensationelle Preis-Leistungsverhätnis, sondern auch die reiche Kultur und vor allem die Freundlichkeit der Bewohner. Darüberhinaus bieten die Länder Indochinas auch eine grandiose kulinarische Vielfalt. Nach und nach rücken nun auch Regionen, die bisher nur wenige Touristen gesehen haben, ins Zentrum der Aufmerksamkeit. War vor einigen Jahren ein Besuch in der Tempelstadt Angkor das einzige Reiseziel Kambodschas, ist nun das ganze Land relativ einfach bereisbar. Vietnam mit seiner unglaublichen landschaftlichen Vielfalt – bisher waren es eher die Küstenregionen, die als Ziele bekannt waren – und der reichen Kultur gehört mittlerweile schon zu den häufiger angebotenen Destinationen. Im Kommen ist auch Laos mit seinen Kulturschätzen. Idealerweise lassen sich auch alle drei Staaten in einer Reise miteinander verbinden.

Vietnam – Unglaubliche Vielfalt am Südchinesischen Meer

Eine Küste, die fast 3.000 Kilometer lang ist und verschiedene Klimazonen umfasst. Die Ha-Long-Bucht im Norden, eine der schönsten Szenerien Südostasiens, zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben, die Hauptstadt Hanoi mit rund 600 Tempeln und europäischen Prunkbauten aus der Kolonialzeit. Die Kaiserstadt Hue in Mittel-Vietnam gilt als Ort des ewigen Frühlings, die beiden Touristenhotspots Da Lat und Nha Trang mit ihren Ferienresorts am Meer – die auch unter Vietnamesen als Honeymoon-Destination beliebt ist – und schließlich der tropische Süden mit der pulsierenden Metropole Ho-Chi-Minh-City, dem alten Saigon. Mittlerweile ist auch das Mekong-Delta mit seinen schwimmenden Märkten und den Pfahlbauten entlang des Stromes gut erschlossen. Ein mehrtägiger Ausflug ist lohnenswert, denn hier zeigt sich das tägliche Leben der Bevölkerung am Deutlichsten. Wer eine richtige Ferieninsel mit Sandstränden und allem was zum Beach-Urlaub dazugehört bevorzugt, sollte der Insel Phu Quoc einen Besuch abstatten. Zu den wirklich interessanten Regionen gehören aber auch die Dörfer der insgesamt 53 ethnischen Minderheitengruppen, die sich entlang der Hauptstraßen, aber auch in den Hügel- und Bergländern befinden.

Versteckte Schönheiten sind überall zu entdecken: halbverfallene Tempelanlagen, kleine Dörfer mit Märkten, Wasserfälle, Teeplantagen und üppig bewachsene Täler und Berge. Mittlerweile werden auch Homestays in privaten Häusern angeboten. Das insgesamt 3.200 Kilometer lange Eisenbahnnetz ist zwar veraltet, verbindet aber die wichtigsten Städte miteinander. Eine der reizvollsten Strecken führt von Hanoi entlang des roten Flusses bis Lao Cai an der chinesischen Grenze.

Laos – Das Leben ist ein langer ruhiger Fluß

Faszinierend ist auch das Nachbarland Laos mit seiner atmosphärischen Hauptstadt Vientiane mit dem Nationalheiligtum That Luang und dem ehemaligen Königspalast Wat Ho Phra Keo, der inzwischen zum Museum wurde. Reisfelder, Fischteiche, eine Mischung verschiedenster Baustile aus diversen Epochen von einfachen hölzernen Pfahlbauten über russische Protzbauten hin zu modernen klotzigen Bürogebäuden – so beschrieb ein Reisender die Metropole. Der Rundblick über Vientiane soll großartig sein, allerdings verstecken sich die meisten Gebäude hinter einem grünen Vorhang tropischer Vegetation.

Eines der absoluten Highlights von Laos ist die alte, inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobene Königshauptstadt Luang Prabang mit ihren liebreizenden Tempeln und Klöstern. Die Mischung aus laotischen Holzhäusern, französischen Villen und Verwaltungsbauten, chinesischen Geschäftshäusern sowie den buddhistischen Tempeln verleiht der Stadt, die einfach zu Fuß oder per Rad erkundet werden kann ihr außergewöhnliches Flair.

Sehenswert ist auch die Stadt Pakse, die Ausgangspunkt für Exkursionen zu den Viertausend-Inseln und den Mekongwasserfällen ist. Auch hier gibt es zahlreiche Tempelanlagen und heilige Stätten – etwa die Höhlen Pak Ou. Wo der Mekong und der Nam Ou zusammenfließen, befinden sich Tausende goldlackierte Buddha-Statuen - von wenigen Zentimetern Höhe bis zur Größe eines Menschen. Sehenswert ist auch der Wat Phou – eine Khmer-Tempelanlage zwischen Pakse und Champasak – am heiligen 1.200 Meter hohen Berg Phou Kao.

Wer wilde Flußlandschaften und unberührte Natur mag, sollte sich den Norden des Landes genauer ansehen. Nong Khiao ist Ausgangspunkt für wunderschöne Trekking- und Raftingtouren rund um den Nam Ou-Fluss.

Kambodscha – Traum aus Tempeln und Palästen

Das Zentrum der vor 1.000 Jahren existierenden Großmacht, dem Reich der Khmer, ist heute noch das Tourismusziel Nummer Eins: Die Tempelstadt Angkor. Seit der Öffnung des Landes lockt diese Sehenswürdigkeit jährlich zwei Mio. Besucher an. Einige Stimmen bezeichnen das Weltkulturerbe schlichtweg als hoffnungslos überlaufen. Auf dem mehr als 300 Quadratkilometer großen Areal liegen allerdings viele Ruinenstätten verstreut, die weniger oft besucht werden als etwa Angkor Wat und Bayon. Ein weiteres Trostpflaster ist, dass die meisten Touristen maximal zwei Tage lang bleiben. Schöne Khmer-Tempel finden sich beispielsweise in Koh Ker, 100 Kilometer nordöstlich von Siem Reap. Das 1.000 Jahre alte Hindu-Heiligtum Kbal Spean im Bergland von Kulen beherbergt Reliefs, Skulpturen und Lingas (männliches Symbol des Gottes Shiva), die ins felsige Ufergestein gemeißelt sind.

Doch Kambodscha hat noch viel mehr zu bieten: Zum Beispiel das Binnenmeer Tonle Sap oder die Hauptstadt Pnom Penh mit Boulevards, dem Zentralmarkt unter einer Art-Deco-Kuppel und einem märchenhaften Königspalast.

Kambodschas Strände gehören immer noch zu den Geheimtipps unter Reisenden. Die erst vor 50 Jahren gegründete Stadt Sihanoukville (230 km westlich von Pnom Penh) sollte der neue Hafen des von den Franzosen unabhängigen Staates werden. Mittlerweile gibt es hier Badetourismus. Einsame-InselAtmosphäre bietet die Insel Koh Rong, etwa 25 Kilometer von Sihanoukville entfernt. (Wolfgang Weitlaner, derStandard.at, 14.4.2013)

  • Ha-Long-Bucht, Vietnam
    foto: reuters/pablo sanchez

    Ha-Long-Bucht, Vietnam

  • Vientiane, Laos
    foto: derstandard.at

    Vientiane, Laos

  • Laos
    foto: derstandard.at

    Laos

  • Angkor Wat, Kambodscha
    foto: ap/heng sinith

    Angkor Wat, Kambodscha

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