Kosovo-Serben versperrten EULEX Zutritt zum Gericht

28. März 2013, 15:35
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Drei Serben wurden wegen gewaltsamer Ausschreitungen im März 2008 zu Haftstrafen verurteilt

Mitrovica - Das Gericht im kosovarischen Nord-Mitrovica hat am Donnerstag drei Serben wegen gewaltsamer Ausschreitungen bei einem fünf Jahre zurückliegenden Protest zu Haftstrafen von 20, 18 und neun Monaten auf einjährige Bewährung verurteilt. Weitere drei Angeklagte wurden freigesprochen.

Serben in der nordkosovarischen Stadt Mitrovica hatten zuvor den EULEX-Polizeikräften den Zutritt zum Gericht versperrt. EULEX-Kräfte, die vor sieben Uhr zum Gerichtsgebäude gekommen seien, mussten umdrehen und in den südlichen Stadtteil zurückkehren, meldeten serbische Medien. Der Eingang in das Gerichtsgebäude wurde mit schweren Baumaschinen, einem Bagger und mehreren Lastkraftwagen blockiert. Vor dem Gebäude versammelten sich auch ortsansässige Serben.

Urteilsverkündung geplant

Anlass lieferte die Urteilsverkündung in einem Prozess gegen sechs Serben, welche sich wegen eines gewaltsamen Protestes im März 2008 zu verteidigen hatten. Zum Protest war es kurz nach der Verkündung der Unabhängigkeit des Kosovo vor Gericht in Nord-Mitrovica gekommen. Den Angeklagten wurden 20 Straftaten angelastet, unter anderem auch die gesetzwidrige Besetzung des Gerichtes.

In den Ausschreitungen, zu welchen es gekommen war, nachdem von internationalen Kräften das von Serben besetzte Gerichtsgebäude geräumt worden war, war ein ukrainischer Polizist ums Leben gekommen. 64 Angehörige der UNO-Mission (UNMIK) und 24 KFOR-Soldaten wurden verletzt.

Deutsche Richterin

Der Prozess wurde von der deutschen Richterin Katja Dominik geführt, die Anklage von der EULEX-Staatsanwältin Neeta Amin vertreten. Von Anwälten der Angeklagten wurde die Prozessführung als fair bezeichnet, allerdings nicht auch die Vorgangsweise der Anklägerin, welche den Angeklagten Taten angelastet haben soll, die "gar keine Straftaten" wären, berichteten Medien. (APA, 23.3.2013)

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