Internet der Dinge: Parken und Kaffee kochen per App

28. März 2013, 09:07
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Das "Internet of Everything" soll viele neue Geschäftsfelder eröffnen.

Die Parkplatzsuche der Zukunft soll nicht mehr aus zehnminütigen Im-Kreis-Fahren bestehen. Vielmehr lässt man sich - wie sonst? - per App am Smartphone freie Parkplätze anzeigen und reserviert sich einen Stellplatz. Gleichzeitig wählt man vielleicht auch noch das Geschäft, das man aufsuchen möchte nach Echtzeit-übermittelter Daten zu Wartezeit an den Kassen und verfügbarem Beratungspersonal aus. Künftige Apps könnten öffentliche Daten einer "Smart Connected City" und jene von Unternehmen kombinieren, um Services bereitzustellen.

99 Prozent der Dinge nicht im Netz

"99 Prozent der Dinge sind noch nicht mit dem Internet verbunden", lautet die Vorgabe, die sich der kalifornische Netzwerk-Konzern Cisco stellt. Das will man ändern. Aus dem bevorstehenden, viel beschworenen "Internet der Dinge" soll in der Version des Unternehmens ein "Internet of Everything" werden, das Objekte, Benutzer, Prozesse und Daten zu neuen Anwendungen integriert.

Nach einem Jahrzehnt, in dem das Internet vornehmlich aus der Übermittlung von Daten bestand (die 90er), einem, das auf Interaktion ausgerichtet war (die 2000er) soll nun ein Jahrzehnt angebrochen sein, in dem vom beschriebenen Parkplatz bis zum Implantat im Körper eines Menschen, vom verschleißenden Autoersatzteil bis zu Kleidung, Büroeinrichtung und dem Warmwasserboiler im trauten Heim alle Daten bereithält, die ausgelesen, weitergegeben und mit anderen Daten verbunden werden können. Objekte, mit denen man mit dem Smartphone Kontakt aufnimmt, um sie zu steuern oder zu konfigurieren.

Billionen-Dollar-Geschäft

Den Markt für das Vernetzen von Menschen, Daten und Objekten beziffert Cisco mit über 14 Billionen Dollar bis zum Jahr 2020. Bis dahin sollen aus den zehn Milliarden Geräten, die derzeit mit dem Internet verbunden sind, etwa 50 Milliarden werden.

Bis man sich allerorts mit dem Handy in die Kaffeemaschinen einloggen kann, um sich seinen dekoffeinierten Café Latte zu konfigurieren, mag noch eine Zeitlang dauern. Einen Vorgeschmack auf die schöne neue vernetzte Welt mag Googles kürzlich präsentiertes Konzept eines Sportschuhs bereithalten, der nicht nur mit GPS und Bewegungssensoren ausgestattet ist, sondern sich auch per Bluetooth mit dem Handy verbindet und die Tätigkeiten des Trägers motivierend kommentiert.

Millionen Sensoren

Zig Millionen Sensoren, die irgendwo mit geringer Bandbreite und möglichst ohne großen Energiebedarf konstant Daten verschicken, benötigen auch entsprechende Netzwerktechnik. Die Netzwerke der Zukunft werden programmierbar, um Router, Schnittstellen und andere Hardware-Komponenten exakt den Anforderungen des Informationsflusses anpassen zu können. Aus einer Web-basierten Wirtschaft soll mit dem Internet der Dinge eine App-basierte werden.

Auto mit Apps Dass künftige Autos, die die sensorgesteuerten Parkplätze bevölkern, jede Menge Apps bereithalten, ist keine Überraschung: Sie kommunizieren mit Ampeln, anderen Autos und Stauwarndiensten. Sie sollen Unfälle vermeiden, Fahrstrecken optimieren und Lenker rechtzeitig in die Werkstätte bringen. (Alois Pumhösel aus San José, DER STANDARD, 28.3.2013)

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    Bis man dank des "Internets der Dinge" sich per Smartphone in jede Kaffeemaschine einloggen kann, wird es noch eine Zeitlang dauern.

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