Lücke in der East Side Gallery wurde größer

28. März 2013, 18:02
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Für Investoren-Architektur wurden überraschend weitere Restteile der Berliner Mauer entfernt

Berlin - An der weltbekannten East Side Gallery, dem längsten erhaltenen Stück der Berliner Mauer, sind trotz der Proteste der vergangenen Wochen weitere Teile entfernt worden, und zwar solche, die nach heftigen Demonstrationen zunächst vom Abriss verschont worden waren. Mit der Entfernung  werde Platz für die Baustellenzufahrt für ein von Investor Maik Uwe Hinkel geplantes Hochhaus geschaffen, teilte die Polizei mit.

Am Donnerstag haben dann vor dem Roten Rathaus in Berlin zahlreiche Demonstranten ihre Wut über den Abriss  zum Ausdruck gebracht. Zu der Kundgebung versammelten sich nach Schätzung der Veranstalter etwa 600 Menschen. In Sprechchören riefen die Demonstranten dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) entgegen: "Wowereit, das Denkmal bleibt!". Ein Investor hatte am  vier Betonteile aus dem längsten noch erhaltenen Stück Berliner Mauer heraustrennen lassen. Die sechs Meter breite Lücke soll als Zufahrt auf das Baustellengrundstück genutzt werden.

Kurz nach 5.00 Uhr morgens hatte ein Bagger am Mittwoch überraschend begonnen, vier bemalte Betonsegmente herauszutrennen. Eine bereits Anfang März gerissene Lücke wurde damit auf etwa sechs Meter vergrößert. 250 Polizisten waren sicherheitshalber im Einsatz. Es waren aber zunächst nur wenige Demonstranten an der bemalten Mauer.

Der Streit um das Mauerstück begann Anfang März. Künstler aus aller Welt hatten den 1,3 Kilometer langen Wall nach dem Mauerfall am Ufer der Spree bemalt. Die Mauer-Galerie, ein Magnet für Touristen aus aller Welt, war bereits früher an einigen Stellen durchbrochen worden. Das Heraustrennen eines ersten Segments für das Bauprojekt hatte massive Proteste ausgelöst. Tausende Menschen demonstrierten, auch Sänger David Hasselhoff kam extra nach Berlin. Der Investor will auf dem früheren Todesstreifen ein Hochhaus mit Wohnungen errichten, eine Baubewilligung ist intakt.

Noch am Mittwoch kritisierte der Senat die neuen Abrissarbeiten. Senatssprecher Richard Meng sagte, offenbar habe der Investor vor den weiteren Gesprächen Fakten schaffen wollen. Dies sei kein Zeichen für Kooperationsbereitschaft.   (APA, 27./28.3.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Berlin am Mittwochmorgen: Baggereinsatz an der Mauer mit Polizeischutz.

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