Urteil gegen OSV "aus formalen Gründen"

27. März 2013, 19:21
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Dem Schwimmverband drohen neue rechtliche Wickel

Wien - Lassen wir Dinko Jukic nur ganz kurz einmal links liegen. Dann hat der österreichische Schwimmverband (OSV) noch einen Rechtsstreit mit acht Salzburger Vereinen und dem Salzburger Landesverband, die er 2012 ausgeschlossen hat. Einer dieser Vereine (Schwimmteam Delphin) klagte, und er hat am Landesgericht für Zivilrechtssachen in erster Instanz bereits recht bekommen. Die Richterin monierte, der Verband habe den Ausgeschlossenen keine ausreichende Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt.

Es wäre keine Überraschung, würden die Fälle der anderen Vereine und des Landesverbands bald ähnlich entschieden. "Schon wieder ein Urteil gegen den OSV aus formalen Gründen", sagt Thomas Krankl, in diesem Fall Prozessbeobachter. Krankl ist Anwalt von Dinko Jukic, als solcher war er zuletzt am Montag im Einsatz, als das Verbandsgericht den Einspruch des Jukic-Vereins SC Austria Wien gegen dessen Verbandsausschluss behandelte, wobei Krankl betont, dass er sich selbst nur kurz geäußert und dann den Raum verlassen habe.

Das Verbandsgericht setzt sich aus drei (unabhängigen) Juristen und je einem Vertreter der Streitparteien (mit Sitz und Stimme) zusammen. Der SC Austria ließ sich durch einen Juristen vertreten, der bis dato nicht mit dem Fall zu tun hatte. Für den OSV saß Ferdinand Podkowicz dort und stimmte mit, die Abstimmung endete mit 4:1 gegen den Austria-Einspruch. Podkowicz ist OSV-Vorstandsmitglied, beurteilte quasi selbst sein eigenes erstes Urteil. "Rechtswidrig", sagt Krankl, der wieder ein Zivilgericht anruft. "Auch da bekommen wir recht", sagt er. "Aus formalen Gründen." (fri, DER STANDARD 28.03.2013)

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