Das freundliche Gesicht

Einserkastl27. März 2013, 19:18
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Gerhard Dörfler ist die freundliche Seite der politischen Verkommenheit

Das ist wahre Tragik: "Wenn der Häupl sagt, des ist a Schas, lachen alle darüber. Wenn der Dörfler das Gleiche sagt, ist er schlecht." Es ist etliche Jahre her, dass sich Gerhard Dörfler als Kärntner Landeshauptmann bitterlich beim STANDARD (ausgerechnet) so beschwert hat. Nur weil er öffentlich einen Negerwitz erzählt hat!

Dörfler ist im Grunde ja Philosoph (wie er selbst sagt). Wahrscheinlich hätte er nicht übel Lust, sich jetzt einmal hinzusetzen und ein großes Traktat über "Der Schas als Wille und Vorstellung" zu verfassen. Aber nein, sie lassen ihn nicht. Er muss jetzt noch in den Bundesrat, den er gerade noch "ersatzlos streichen" wollte. Aber er braucht keinen Versorgungsposten, und er macht das nicht, damit die Kärntner Blauen einen Rest von Staatskohle behalten - der Bundesrat interessiert ihn einfach. So philosophiemäßig.

Es gibt zwei Arten von österreichischen Rechtspolitikern. Die einen sind die Getriebenen, Gefährlichen, die mit dem kalten Flackern im Blick, der "Volksgemeinschaft" im Mund und dem Foto vom Opa in SS-Uniform zu Hause.

Die anderen sind die jovialen, verschlagenen, "volksnahen" Biedermänner, die echt nicht einsehen, wieso ein Negerwitz nicht lustig sein soll. Sie sind nicht so radikal und versuchen mittels einer Atmosphäre allgemeiner Korrumpierung zu herrschen. Dörfler ist so einer: das freundliche Gesicht der politischen Verkommenheit. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 28.3.2013)

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