Vertikale Formen mit geringer Reziprozität, Verteilungsgerechtigkeit, Gestaltungswille bis zur letzten Minute

27. März 2013, 18:37
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Das Passnetzwerk des Nationalteams im Spiel gegen Irland weist auf den ersten Blick eine höhere Verteilungsgerechtigkeit auf als jenes gegen die Färöer. Während der Beziehungsschwerpunkt beim 6:0 vom vergangenen Freitag im Dreieck zwischen Alaba, Junuzovic und Arnautovic lag, finden wir in der Analyse des Arbeitsremis von Dublin regel- bis gleichmäßige Strukturen innerhalb der und zwischen den einzelnen Teamformationen. Spielstabilisierende Verhältnisse zeigen sich sowohl im Zentrum als auch auf den Flügeln: Fuchs, Arnautovic und Alaba triangulierten linkerseits konstant, während Garics und Harnik mit Baumgartlinger und Kavlak gar quadruplierten. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Junuzovic kristallisierte sich das Aufbauspiel im Zentrum zum Dreieck zwischen Kavlak, Baumgartlinger und Alaba. Auf den Flanken entwickelten sich Offensivvektoren (Fuchs-Arnautovic sowie Garics-Harnik), die ihren Zielpunkt in Hosiner fanden.

Der große Druck, den die Iren phasenweise entwickelten, zwang die Österreicher zu einer Kurzatmigkeit in den Passketten, was sich im Strukturbild in einer Tendenz zu vertikalen Formen mit vergleichsweise geringer Reziprozität niederschlägt. Einzig die Viererkette frönte der Horizontalität, ein Indiz für das forsche gälische Pressing. Die Innenverteidiger Pogatetz und Dragovic zelebrierten eine konsequente Aufgabenteilung zwischen Luft- und Bodeneinsätzen. So nachvollziehbar Pogatetz' Kopfballstärke seine Nominierung gegen die irischen Wuchtköpfe erscheinen ließ, so riskant erwies sich seine Performance zu ebener Erd, und das nicht nur wegen des von ihm verschuldeten Elfmeters. Abzüglich der eigenverantwortlichen Wermutstropfen bewies das Team einen hohen spielerischen Gestaltungswillen - bis in die letzte Minute hinein. (Helmut Neundlinger)

SCHLÜSSELSPIELER*

1. Garics 124 (72/52)

2. Alaba 118 ( 57/61)

3. Harnik 109 ( 42/67)

4. Fuchs 103 ( 63/40)

5. Arnautovic 97 ( 40/57)

6. Dragovic 95 ( 55/40)

7. Baumgartlinger 93 ( 49/44)

8. Kavlak 78 ( 41/37)

9. Pogatetz 74 ( 51/23)

10. Hosiner 58 ( 14/44)

11. Lindner 47 ( 30/17)

*Gegebene und angenommene Pässe

ERFOLGREICHE PÄSSE IN PROZENT

1. Baumgartlinger 91,8 (45 von 49)

2. Dragovic 89,1 ( 49 von 55)

3. Kavlak 87,8 ( 36 von 41)

4. Alaba 87,7 ( 50 von 57)

5. Harnik 85,7 ( 36 von 42)

5. Janko 85,7 ( 6 von 7)

7. Garics 84,7 ( 61 von 72)

8. Fuchs 77,8 ( 49 von 63)

9. Junuzovic 73,3 (11 von 15)

10. Arnautovic 72,5 (29 von 40)

11. Pogatetz 70,6 ( 36 von 51)

12. Lindner 70,0 ( 21 von 30)

TEAMANTEIL ERFOLGREICHER PÄSSE

1. Garics 13,7

2. Alaba 11,2

3. Fuchs 11,0

3. Dragovic 11,0

5. Baumgartlinger 10,1

6. Pogatetz 8,1

6. Harnik 8,1

6. Kavlak 8,1

9. Arnautovic 6,5

10. Lindner 4,7

11. Junuzovic 2,5

DIE MEISTEN PÄSSE / PASSVERSUCHE

1. Fuchs-Alaba 16

2. Kavlak-Harnik 14

2. Fuchs-Arnautovic 14

4. Garics-Harnik 12

4. Garics-Baumgartlinger 12

6. Alaba-Fuchs 11

6. Garics-Dragovic 11

8. Harnik-Garics 10

8. Baumgartlinger-Alaba 10

10. Pogatetz-Dragovic 9

10. Alaba-Arnautovic 9

10. Dragovic-Garics 9

AM ÖFTESTEN ANGESPIELT

1. Harnik 67

2. Alaba 61

3. Arnautovic 57

4. Garics 52

5. Baumgartlinger 44

5. Hosiner 44

7. Fuchs 40

7. Dragovic 40

9. Kavlak 37

10. Pogatetz 23

11. Junuzovic 22

11. Janko 22

GABEN DIE MEISTEN PÄSSE

1. Garics 72

2. Fuchs 63

3. Alaba 57

4. Dragovic 55

5. Pogatetz 51

6. Baumgartlinger 49

7. Harnik 42

8. Kavlak 41

9. Arnautovic 40

10.Lindner 30

11. Junuzovic 15

Die Analytiker

FAS.research mit Sitz in Wien und New York war schon bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie den EM-Endrunden 2008 und 2012 im Einsatz und analysiert exklusiv für den STANDARD Österreichs WM-Quali-Spiele. Team: Ruth Pfosser, Helmut Neundlinger, Wolfgang Streibl und Harald Katzmair.

Der Ansatz

Die Spielzüge werden aufgenommen und codiert. Der Datensatz wird netzwerkanalytisch ausgewertet, das Ergebnis wird interpretiert. In der Grafik werden die Ballwege zu den drei wichtigsten Passpartnern verdeutlicht. Die Kreisgrößen ergeben sich aus den Summen angekommener und abgegebener Pässe.

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FAS

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