Lohndumping: Systemwechsel notwendig

Kommentar27. März 2013, 19:44
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Die SPÖ sollte für Gerechtigkeit sorgen - und zwar für alle jungen Menschen

Wie bitte, Herr Verteidigungsminister, wie meinen, Herr Sozialminister? Jetzt gönnen Sie uns Frauen nicht einmal den Zivildienst - weil wir auch dort das Einkommensniveau ruinieren würden? Das kann nicht Ihr Ernst sein.

Ist es aber. Die SP-Minister Gerald Klug und Rudolf Hundstorfer sind gegen Frauen beim Zivildienst, weil dies das Risiko des "Lohndumpings" berge. Dann würden Frauen nämlich auch, wie alle männlichen "Zivis", nur 600 Euro pro Monat verdienen. Die ohnehin kläglichen Kollektivvertragstarife in Sozialberufen würden so umgangen. Nun gäbe es viele gute Argumente gegen diese ÖVP-Idee - Lohndumping ist in dem Fall das schlechteste.

Es ist ja nett, dass die SPÖ Frauen vor Ungerechtigkeit schützen will. Aber ist es okay, dass junge Männer neun Monate lang für diesen Hungerlohn Menschen füttern, Bettpfannen leeren und Popos abwischen müssen, weil sie keine Waffe in die Hand nehmen wollen?

Es wäre an der Zeit, dass die SPÖ das Schmollwinkerl verlässt, in dem sie sitzt, seit das Volk das Berufsheer abgelehnt hat. Sie sollte besser für Gerechtigkeit sorgen - und zwar für alle jungen Menschen, die etwas für die Allgemeinheit tun. Das wäre nicht weniger als ein Systemwechsel beim Zivildienst - wahrlich eine schöne sozialdemokratische Aufgabe. Und die Gender-Debatte wäre um ein schwaches Argument ärmer. Auch kein Schaden. (Petra Stuiber, DER STANDARD, 28.3.2013)

Pro

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