Die Quote, die nicht nur Deutsche bremsen soll

27. März 2013, 18:45
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Ministerium erinnert Med-Uni Wien an Bundesfinanzierungsverbot

Wien - Österreich begründet seine Quotenregelung für das Medizin-Studium (75 Prozent der Plätze für österreichische Maturanten, 20 Prozent für EU-Bürger, fünf für Drittstaaten) damit, dass diese den eigenen Ärztebedarf sichern soll. Der Wunsch Oberösterreichs nach einer Medizin-Fakultät in Linz mit 200 Plätzen als Ziel wird nun immer unter Verweis auf diese bis 2016 verlängerte Quote gebremst, sie könnte dann wackeln - zuletzt im Standard von Med-Uni-Wien-Rektor Wolfgang Schütz und Uniratsvorsitzenden Erhard Busek.

Den Wienern halten Nichtwiener nun vor, selbst quasi eine Ausbildungsdependance zu haben mit ihrer Beteiligung an der "Karl Landsteiner Privat-Uni für Gesundheitswissenschaften", gemeinsam mit der Donau-Uni und der Fachhochschule Krems.

Das weist die Med-Uni Wien zurück. Man habe 100.000 Euro aus Drittmitteln eingebracht und wolle ein englischsprachiges Bachelor-Master-Curriculum erarbeiten: "Im Zusammenhang mit der EU-Quote sind Privat-Unis, wie auch die in Salzburg, aufgrund der vergleichsweise geringen Platzzahl kein Thema." Man beginne mit 25 Plätzen, 70 sind geplant.

Im Wissenschaftsministerium hieß es dazu auf Standard-Anfrage, dass es " Unis freisteht, sich im Rahmen ihrer Autonomie an Privat-Unis zu beteiligen. Es ist allerdings strikt das Finanzierungsverbot des Bundes zu berücksichtigen." Eine Med-Fakultät in Linz würde "genauso wie die Ausweitung der Studienplätze an anderen Studienorten im Kontext der Verlängerung der Medizinerquote zu bedenken sein". (nim; DER STANDARD, 28.3.2013)

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