"Verstehe nicht, wie man so etwas fordern kann"

27. März 2013, 17:24
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Heinisch-Hosek zerpflückt Mikl-Leitners Plan, den Zivildienst für Frauen zu öffnen

Wien - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) geht auf Konfrontation mit ihrer Regierungskollegin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die im Zuge der Wehr(ersatz)dienstreform den Zivildienst für Frauen öffnen will: "Ich verstehe nicht, wie eine Frauenpolitikerin so etwas fordern kann", sagt Heinisch-Hosek zum STANDARD. "Die Innenministerin war in Niederösterreich doch auch für Frauenagenden zuständig." Töchtern und Söhnen "potenter Eltern" stünde ja längst ein freiwilliges Sozialjahr offen - "und wer sich das leisten kann, kann das auch machen. Aber ich lehne es ab, nun Frauen zum Zivildienst einzuladen, weil ihnen das ganz sicher zum Nachteil gereichen wird", insistiert Heinisch-Hosek.

Damit ist die Frauenministerin nach Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer (" stehe nicht zur Verfügung") und Heeresminister Gerald Klug ("hochgradig anfällig für Lohndumping") das dritte rote Regierungsmitglied, das weibliche Kräfte beim Wehrersatzdienst ablehnt.

Die Befürchtungen der Sozialdemokraten konkretisiert Heinisch-Hosek so: Den Zivildienst zu öffnen würde bedeuten, Frauen "für 600 Euro als billige Arbeitskräfte zu lukrieren" - wo sie doch ohnehin schon Nachteile im Berufsleben hätten und dazu zwei Drittel der unbezahlten Arbeit in den Familien erledigen. Durch das Ableisten von Zivildienst würden weitere Unterbrechungen ihrer Karrieren drohen - "und das wären dann noch einmal neun Monate", gibt die Ministerin zu Bedenken.

Ihr Fazit: "So wie der Wehrdienst reformiert wird, ist auch der Zivildienst anzugehen - aber ohne Frauen. Denn das ist für sie nicht zielführend." (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 28.3.2013)

  • "So wie der Wehrdienst reformiert wird, ist auch der Zivildienst anzugehen - aber ohne Frauen. Denn das ist für sie nicht zielführend."
    foto: standard/corn

    "So wie der Wehrdienst reformiert wird, ist auch der Zivildienst anzugehen - aber ohne Frauen. Denn das ist für sie nicht zielführend."

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