Zahl der ÖGB-Mitglieder sinkt weiter

27. März 2013, 13:00
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2012 mehr Frauen Mitglieder als im Jahr davor

Wien - Der ÖGB hat es auch im Vorjahr nicht geschafft, den Abwärtstrend zu stoppen. Ende 2012 waren 1,203.441 Personen als Mitglieder registriert und damit gut 2.400 weniger als im Jahr davor. Freilich ist dieser Rückgang in absoluten Zahlen der geringste seit Jahrzehnten. Zu verdanken hat man das in erster Linie den beiden größten Gewerkschaften, der GPA und der GÖD, die beide kräftig zulegten.

Teilweise Zuwachs

Auffällig ist, dass mit der Privatangestellten- und der Beamten-Gewerkschaft gerade zwei Teilorganisationen Mitglieder gewannen, die auch in der öffentlichen Diskussion stark präsent sind. Dies gilt durchaus auch für die dritte Gewinnerin, die Gewerkschaft Bau/Holz mit ihrem umtriebigen Vorsitzenden Beppo Muchitsch.

Die etwa im Handel stark aktive GPA hat nun 273.970 Mitglieder, was einem Plus von 4.203 Personen entspricht. Damit sind die Privatangestellten unter ihrem Vorsitzenden Wolfgang Katzian mittlerweile mit Abstand die größte Gewerkschaft. Dahinter folgt die derzeit vor allem im Lehrerbereich auffällige GÖD, die wieder einmal zulegen konnte, und zwar um 1.372 Mitglieder auf 234.346.

Der dritte große Player im ÖGB, die frühere Metallergewerkschaft, die sich nach diversen Fusionen "pro-ge" nennt, musste dagegen nach einem starken Mitgliederzuwachs im Jahr davor diesmal deutliche Einbußen hinnehmen. Durch das Minus von 1.348 Personen hält man nun bei 230.878 Mitgliedern.

Größter Verlust bei "vida"

Den empfindlichsten Verlust erlitt die rund um die Eisenbahner gebildete Gewerkschaft "vida". Ihr kehrten 3.859 Mitglieder den Rücken, womit sie sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentuell (-2,6 Prozent) den größten Abgang zu verkraften hatte. Ebenfalls deutlich Mitglieder verloren Postgewerkschaft und Gewerkschaft der Gemeindebediensteten.

Mehr Frauen

Immerhin: auch wenn es 2012 wieder nicht ganz gelang, die Mitgliederentwicklung gesamt ins Plus zu drehen, gab es wenigstens bei den Frauen einen Zuwachs. Da waren Ende des Vorjahres 420.278 als Mitglieder registriert und damit gut 1.100 mehr als 2011. Freilich bleibt die Gewerkschaft (nicht nur in den Spitzenfunktionen) männerdominiert. Bloß 34,9 Prozent der Mitglieder sind Frauen, was allerdings der historisch höchste Anteil ist. Zum Vergleich. In den 1980er Jahren in der Hochblüte des Gewerkschaftsbunds mit fast 1,7 Millionen Mitgliedern, betrug der Frauenanteil bloß rund 30 Prozent. (APA, 27.3.2013)

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