Wiener Linien: Grüne und Opposition unterstützen Open-Data-Petition

27. März 2013, 13:19
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Bisher sträubte sich der Verkehrsdienstleister, seine Daten zur Verfügung zu stellen

Die 500 nötigen elektronischen Unterschriften waren innerhalb von fünf Tagen gesammelt. Nun muss der Wiener Gemeinderat die Petition mit dem Ziel, die "Datenbestände der Wiener Linien den BürgerInnen zur Verfügung zu stellen", behandeln.

Bisher sträubte sich der Verkehrsdienstleiter der Stadt, seine Daten etwa für Google Maps und App-Entwickler zur Verfügung zu stellen. Das könnte sich nun ändern.

"Nun liegt der Ball bei der Politik"

"Ich bin begeistert, da ich nicht damit gerechnet habe, dass das Anliegen eine solche Unterstützung findet", sagte Robert Harm, Initiator der Petition, zum WebStandard. Er sei zuversichtlich, dass sie weiter wachsen werde, da die Petition auch offline unterstützt werden kann. So werden derzeit auf Einkaufsstraßen Unterschriften gesammelt. "Nun liegt es an der Politik", so Harm.

Die Wiener Oppositionsparteien stehen dem Anliegen positiv gegenüber. "Über Open Data muss man offen diskutieren. Wenn es Kunden etwas bringt, sollten die Daten zur Verfügung gestellt werden", sagte FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik.

Roman Stiftner, in der Wiener Volkspartei zuständig für Verkehrsangelegenheiten, erklärte: "Die ÖVP unterstützt die Forderungen der Petition." Er verstehe nicht, warum die "Wiener Linien zögern, die Daten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen". 

Grüne "waren schon immer dafür"

Auch eine Regierungspartei wird die Forderungen der Petition unterstützen. Die Wiener Grünen "waren schon immer dafür", hieß es auf WebStandard-Anfrage. Allerdings wurde im Jahr 2010 ein entsprechender Antrag der Grünen im Gemeinderat abgelehnt.

Der Ball liegt nun bei der Wiener SPÖ, zuständig für die Wiener Linien ist Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Sie war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.

Keine technischen Barrieren

Technische Barrieren für die technische Umsetzung sollte es keine geben, das zeigte das erste "Create Camp" der Wiener Linien im Jänner dieses Jahres. Erstmals standen den Open-Data-Interessierten und Entwicklern dabei Echtzeitdaten der Wiener Linien zur Verfügung. "Zahlreiche Open-Data-Prototypen, Projekte und Ideen sind mit den zur Verfügung gestellten Daten entstanden", teilte das Unternehmen damals in einer Aussendung mit. (sum, derStandard.at, 27.3.2013)

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    Die Wiener Linien gehören zu 100 Prozent der Stadt Wien.

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