Parasitäre Wespe erstmals in Österreich nachgewiesen

27. März 2013, 13:10
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Über ein Jahrhundert nach der Erstbeschreibung tauchte Seleucus cuneiformis nun an unerwarteter Stelle auf

Groß Gerungs/Wien - Ein Hobby-Zoologe aus dem niederösterreichischen Waldviertel ist im Rahmen seiner Blattwespen-Zucht auf einen unerwarteten "Gast" gestoßen. Ewald Altenhofer, der hauptberuflich an der HAK Zwettl unterrichtet, hat sich auf die Zucht von Blattwespen spezialisiert. Für seine Zucht hatte er zuletzt aus dem Böhmerwald Farnwedel mitgenommen, in deren Stielen die Blattwespenart Blasticotoma filiceti ihre Eier ablegt.

Tatsächlich schlüpften aus dem Farn rund 30 Blattwespen - aber auch eine Schlupfwespe, die bislang in Österreich noch nicht nachgewiesen wurde und von der man kaum etwas weiß. Dieser sich parasitär vermehrende Hautflügler wurde von Kees van Achterberg vom Naturalis Biodiversity Center im niederländischen Leiden als seltene Art Seleucus cuneiformis identifiziert. Van Achterberg und Altenhofer stellten den Fund nun im Fachmagazin "Journal of Hymenoptera Resarch" vor.

 "Die Art wurde vor rund 120 Jahren beschrieben, man wusste aber nicht, wie sie lebt und wo sie vorkommt", so Altenhofer. Grundsätzlich folgen Schlupfwespen aber dem Muster, sich ihre Wirte - Insekten oder auch Spinnen - gezielt auszusuchen und mit ihrem Legestachel durch den Pflanzenstängel in die Larve ihres Wirts zu stechen, um dort ihre Eier abzulegen. (APA/red, derStandard.at, 30. 3. 2013)

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