Schüler lernen Programmieren: "Das ist ja wie Computerspielen"

Rosa Winkler-Hermaden
27. März 2013, 13:47

Wie programmiere ich einen Roboter? An der TU Wien geben Studierende ihr Wissen an Schüler weiter

Hochkonzentriert sitzt Karina vor ihrem Roboter. Sie befestigt Tastsensoren und verbindet sie mit Kabeln. Damit alles zusammenhält, baut sie weitere Legosteine an den Roboter. Karina lässt sich gerne über die Schulter blicken, die Arbeit am Roboter bereitet ihr viel Freude. Sie wendet sich dem Computer zu, um einen der Sensoren zu programmieren. 30 Zentimeter bevor der Roboter gegen die Wand fährt, soll er kehrtmachen. Diesen Befehl muss sie in den Computer eingeben.

Die 14-jährige HTL-Schülerin hat gerade Osterferien. Die freien Tage nutzt sie, um sich fortzubilden: Sie möchte die Programmiersprache Java lernen. Da kommt ihr das Angebot der Technischen Universität Wien entgegen. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung haben sich TU-Studierende - zukünftige Informatik-LehrerInnen - vorgenommen, einen praxisbezogenen Programmierkurs für SchülerInnen zu organisieren.

Mehr Praxisbezug für Schüler und Lehrer

Die Lehrveranstaltung umfasst Planung, Konzeption, Umsetzung und Nachbetreuung des Kurses. "Beim Studium fehlt der Praxisbezug, es gibt sehr oft Frontalunterricht", sagt Lehrveranstaltungsleiter Bernhard Löwenstein zu derStandard.at. "Den Praxisbezug erhalten die Studierenden, wenn sie den Schülerinnen und Schülern direkt erklären müssen, was zu tun ist. Sie sehen auch, wie die Erklärungen ankommen und ob die Schüler ihnen folgen können."

Zwölf Teenager zwischen 14 und 18 Jahren haben sich für den Kurs "Junior Teachers meet Junior Developers" angemeldet, Karina ist das einzige Mädchen. 30 Euro fürs Mittagessen und sonstige Verpflegung müssen die SchülerInnen für den vier Tage dauernden Kurs bezahlen. Besonderer Köder sind die Roboter, mit denen die Schüler arbeiten dürfen. Lehrveranstaltungsleiter Löwenstein stellt sie zur Verfügung, pro Stück kosten sie rund 200 Euro. In den Schulen haben die Jugendlichen keine entsprechenden Materialien. "Das ist ja wie Computerspielen", sagt Karina. "Und ich lerne auch etwas dabei."

"Echte" Schüler

Die Studenten stehen alle kurz vor dem Abschluss. Herbert, der eigentlich als Erwachsenenbildner tätig ist und das Informatikstudium im zweiten Bildungsweg absolviert, war an der Konzeption beteiligt. Er und seine Kollegen schöpfen viel aus den praxisbezogenen Tagen - wann sonst haben sie die Gelegenheit, vor "echten" Schülern zu stehen?

Sie kritisieren in erster Linie, dass dem Informatikunterricht an den Schulen noch immer zu wenig Bedeutung beigemessen werde. Dabei komme Informatik heute in allen Lebensbereichen vor. In anderen Ländern, etwa Frankreich und Großbritannien, habe der Informatikunterricht schon einen ganz anderen Stellenwert. In österreichischen AHS hingegen finde Informatik in der Regel nur in der 5. Klasse statt - und das in geringer Stundenanzahl. An den HTLs werde mehr unterrichtet, auch das Niveau sei hier höher.

Ein weiteres Problem ist der Lehrermangel, Informatik-Absolventen seien schwer als Lehrer zu gewinnen. "In der Privatwirtschaft verdient man ungleich mehr", sagt Löwenstein.

Sinnvolles Programmieren

Seine Studierenden haben sich trotzdem dafür entschieden. "Der Job muss ja auch Spaß machen", erklärt sich Löwenstein das. Er will seine Studierenden in ihrem Vorhaben unterstützen, den Informatikunterricht praxisnäher machen und sich nicht darauf konzentrieren, in den wenigen Informatikstunden gemeinsam mit den Schülern den Computerführerschein zu absolvieren. "Das ist so, wie wenn man im Mathematikunterricht nur lernt, wie man einen Taschenrechner benutzt."

Karina setzt ihren Roboter auf den Boden. Sie will testen, ob sie die richtigen Befehle in den Computer eingegeben hat. Wird der Roboter umdrehen, bevor er gegen die Wand fährt? Student Herbert steht neben Karina, auch er ist neugierig, ob die Schülerin alles richtig gemacht hat. Und tatsächlich, kurz vor der Wand kratzt der Roboter die Kurve und donnert nicht dagegen.

Geschafft, weiter geht's zur nächsten Aufgabe. Oder "Mission", wie es die Studierenden nennen. Das klingt wirklich wie in einem Computerspiel. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 27.3.2013)

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Mit 14

hatte ich bereits mein erstes Spiel auf einem ZX81 teilweise in Assembler (eigentlich nur direkte ML über Zahlenwerte , aber das versteht jo kaner ) geschrieben 1k Speicher :-) Ein paar B/W-Pixel... :-))

...

int z=0;
while(... && z>2) {...}

aua!

Fotos & Videos zum TU-Kurs

Hier finden sich zahlreiche Fotos & Videos zum TU-Kurs: http://www.facebook.com/ifit.org

sollen gescheiter was lesen.

Code lesen bringt viel weniger, als selber schreiben.

Als prgrammierender Vielleser muss ich sagen, dass die wenigsten Bücher gedanklich so Fordernd sind wie Programmieren.

hilft aber bei der rechtschreibung

Rechtschreibung

ist nur ein Vorschlag - kein Naturgesetz.

Lesen hilft bei der Rechtschreibung ungefähr so viel wie Ihnen die tägliche Fahrt mit dem Schulbus beim D-Schein hilft.

Man könnte sogar behaupten, dass das genaue Schreiben abstrakter Zeichenketten (=Programmieren) mehr mit Rechtschreibung am Hut hat, als das Lesen, aber bitte..

Was ja speziell beim Programmieren besonders wichtig ist ...

.. außer man kann sich durch Menüs und Icons durchklicken ;-)

Ausgenommen sind scheinbar Groß-/Kleinschreibung oder wie?

Wichtiger als viele Bücher zu lesen, ist zum Einen die "richtigen" Bücher zu lesen, zum Anderen die Reflexion über den gelesenen Inhalt. Ich kenne genug Leute denen das übermäßige Lesen anscheinend kaum was an Bildung bringt, weil sie kaum über das Gelesene nachdenken bzw. es sofort wieder vergessen um sich mit dem nächsten Buch zu beschäftigen.
Mal abgesehen davon, dass Programmieren wohl eher als aktive, kreative Beschäftigung durchgeht als Lesen (wenn man vom Erschaffen eines Bildes im eigenen Kopf etc absieht).

Lege Ihnen eine Lektüre zum Unterschied zwischen "anscheinend" und "scheinbar" ans Herz.

Wichtig? Nein.. passt aber gerade zum Klugschiss:).

reinschnuppern

kann man übrigens auch im ferienprorgamm eines nicht näher genannten linzer museum der elektronischen kunst. http://is.gd/4NKkSN

Mei, nett

erinnert mich an meine ersten PC-Gehversuche mit der Turtle :-)
So vor ca. 100 Jahren (+/-)

LEGO FTW!!! :D

Besseren Vorschlag?

DAfür braucht man nicht auf die TU fahren, das lernt man am BORG Mistelbach im Infozweig auch.

Sorry, aber du scheinst den Artikel nicht verstanden zu haben !?!

BORG haha kannst gleich in da hak den "informatik" zweig machen.

war immerhin eine geschenkte matura

lach nicht so unverschaemt du frevel!

Was nur die Aussage des Vorposters bestätigt! :-)

Schön, das spart Wegzeit und Energie sofern man dort in der Nähe ist. Zum PROLOG kommen sie dann eh alle an die TU, steht ja auch in den News vom BORG ;)

Sibd Sie lehrer am borg mistelbach?

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