Gesundheit: Kluft zwischen Ost- und Westeuropa

27. März 2013, 12:15
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In Russland werde noch immer Alkohol in Form von Rasierwasser getrunken - Alkohol- und Tabakkonsum auch in Westeuropa ein Problem

London - Die Unterschiede beim Gesundheitszustand der Bevölkerung zwischen Ost- und Westeuropa sind heute größer als vor 40 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie, die in der neuesten Ausgabe des britischen Fachjournals "The Lancet" veröffentlicht wurde. Regelungen zum Alkohol- und Tabak-Konsum, in Kombination mit Fortschritten in der Medizin sowie der Einführung einer effizienten Gesundheitspolitik hätten in Westeuropa Erfolge gebracht, heißt es in der Untersuchung.

In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sei dieser Fortschritt nicht im selben Maß zu erkennen. Mit Ausnahme der baltischen Staaten sei die Lebenserwartung dort deutlich kürzer als in Westeuropa - zwölf Jahre weniger für Männer und acht Jahre weniger für Frauen. Zudem sei erst ab dem Jahr 2000 überhaupt ein Fortschritt zu erkennen gewesen.

Problemfelder: Tabak und Alkohol

"Die politische Geschichte Europas hat tiefe Unterschiede bei der Gesundheit der Bevölkerung hinterlassen", heißt es weiter in der Studie. Aber auch im Westen des Kontinents sei nicht alles Gold, was glänze. In einigen Ländern seien große Fehler bei der Gesundheitspolitik gemacht worden, die medizinische Erfolge verzögert hätten. Der Kampf gegen die Folgen von Tabakkonsum sei zum Beispiel in Österreich, Deutschland und Dänemark verspätet aufgenommen worden. In Finnland und Großbritannien seien hingegen Todesfälle in Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch zu lange ignoriert worden.

An der Studie waren Wissenschafter der Universität Rotterdam, der London School of Hygiene and Tropical Medicine und vom Europäischen Überwachungszentrum für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik der WHO beteiligt. 

Alkohol als Rasierwasser

Der Gesundheitspolitik in der ehemaligen Sowjetunion stellten die Autoren ein besonders schlechtes Zeugnis aus. "Vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion waren viele Bereiche der Gesundheitspolitik ernsthaft unterentwickelt. So hat quasi keine Kontrolle des Tabakkonsums stattgefunden", heißt es in der Studie.

Regelungen zum Alkohol habe es nur sporadisch gegeben. Auch das Bewusstsein dafür, dass eine Ernährung mit wenig Obst und vielen gesättigten Fettsäuren Gesundheitsprobleme verursachen kann, sei kaum vorhanden gewesen. Dies habe zu einem gehäuften Auftreten chronischer Erkrankungen geführt.

Der Vorsprung des Westens sei heute noch immer nicht aufgeholt, auch wenn es in einigen Ländern Fortschritte gebe. In Russland werde etwa noch immer Rasierwasser als "steuerfreier" Alkohol verkauft und auch getrunken. (APA/red, derStandard.at, 27.3.2013)

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    Laut Studienautoren sei der Kampf gegen die Folgen von Tabakkonsum in Österreich, Deutschland und Dänemark verspätet aufgenommen worden. In Finnland und Großbritannien seien hingegen Todesfälle in Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch zu lange ignoriert worden.

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