Eine Tote und mehr als 80 Verletzte bei Erdbeben in Taiwan

Ansichtssache27. März 2013, 14:31
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Zentrum im Landesinneren - U-Bahn-Verkehr in Hauptstadt Taipeh kurzzeitig unterbrochen

Taipeh - Bei einem schweren Erdbeben in Taiwan sind am Mittwoch mindestens ein Mensch getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden. Wie das taiwanische Wetteramt mitteilte, hatte der Erdstoß eine Stärke von 6,1 und war in dem gesamten Inselstaat spürbar. In der Hauptstadt Taipeh schwankten Gebäude, der U-Bahnverkehr wurde vorübergehend unterbrochen.

72-Jährige in Tempel gestorben

In einem Tempel im zentraltaiwanischen Bezirk Nantou wurde eine 72-jährige Frau durch eine einstürzende Mauer getötet, wie die Brandbekämpfungsbehörde mitteilte. Mindestens 86 Menschen wurden demnach in Nantou und in den benachbarten Bezirken Changhua und Taichung leicht verletzt, zumeist durch herabstürzende Gegenstände. Das Beben löste zudem zwei Hausbrände in Nantou und Taichung aus, die aber gelöscht werden konnten. Durch das Feuer wurde ein weiterer Mensch verletzt. Bei der Behörde gingen zudem fünf Notrufe von in Aufzügen feststeckenden Menschen ein, die den Angaben zufolge alle befreit wurden.

In einer Tiefe von 20,7 Kilometern

Die US-Erdbebenwarte (USGS) gab die Stärke des Bebens mit 6,0 an. Es habe sich um 10.03 Uhr (3.03 Uhr MEZ) in einer Tiefe von 20,7 Kilometern ereignet. Das Epizentrum lag demnach 48 Kilometer von Nantou entfernt. Die taiwanische Wetterbehörde zählte in den darauffolgenden zwei Stunden fünf Nachbeben mit einer Stärke zwischen 3,7 und 4,3.

Schwankende Gebäude in Taipeh

Das Beben war auf der gesamten Insel zu spüren und brachte in Taipeh Gebäude zum Schwanken. Die U-Bahn in der Hauptstadt stellte vorübergehend den Betrieb ein. Die taiwanische Bahngesellschaft ordnete Sicherheitstests für ihre Hochgeschwindigkeitszüge an. Von dem Betriebsstopp waren rund 30.000 Fahrgäste betroffen.

Das Fernsehen zeigte Bilder von Schulkindern, die in Nantou aus ihren Klassenräumen flohen. Auch eine Frau war zu sehen, die von Trümmern einer herabgestürzten Decke am Kopf verletzt worden war und mit einem Krankenwagen in eine Klinik gebracht wurde. "Ich hatte Angst und war beunruhigt, weil mich das Beben an das tödliche Erdbeben vom 21. September 1999 erinnerte", sagte ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in Nantou.

Bei dem tödlichsten Beben in der jüngeren Geschichte des Landes mit einer Stärke von 7,6 waren im September 1999 etwa 2.400 Menschen ums Leben gekommen. Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. (APA, 27.3.2013)

foto: epa/handout
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