Alaba lässt ÖFB-Team weiter von Brasilien träumen

Österreich bleibt nach einem 2:2 gegen Irland im Rennen um die WM 2014. David Alaba gelingt in letzter Minute der Ausgleich für das Team von Marcel Koller, das nur zu Beginn und gegen Ende halbwegs überzeugen kann

Eigentlich hatten die Österreicher die Iren ganz gut im Griff. Die 35.000 Zuschauer froren im Aviva Stadium, der Klimawandel hat vermutlich auch Dublin erwischt. Das zeitweilige Schneegestöber, welches durch Windböen unterstützt wurde, störte Marcel Kollers Mannschaft nicht wirklich. Der Teamchef hatte nur eine Änderung im Vergleich zum gigantischen 6:0 gegen die Färöer vorgenommen, Martin Harnik rutschte für Andreas Ivanschitz in die Startformation. Der Stuttgart-Legionär zählt zu den schnellsten Fußballern im Lande und solche sind gegen eine kampfbetonte Truppe, wie sie Irland nun einmal ist, gefragt. Giovanni Trapattoni hätte im Sturm der Österreicher lieber Marc Janko als Philipp Hosiner gesehen, Koller machte dem Kollegen auf der Bank der Iren diesen Gefallen aber nicht. Eine WM-Qualifikation ist schließlich kein Wunschkonzert.

Österreich begann selbstbewusst, versuchte, den Ball früh zu erhaschen. Pressing heißt das. Bereits in der zweiten Minute verfehlte ein Freistoß von David Alaba nur knapp das Ziel. 11. Minute: Zlatko Junuzovic luchst Ciaran Clark die Wuchtel ab, der Bremen-Legionär schaltet den Turbo ein, zieht davon, legt für den freistehenden Harnik auf. Der hat keine Mühe, zum 1:0 einzuschießen. Es war sein neunter Treffer für die Nation. Kollektiver Jubel, Koller applaudierte. Auch Ivanschitz war erfreut, das zeugt von Mannschaftsgeist.

Die Wende

Danach waren die Iren geschockt, komischerweise ist Alaba nicht wirklich in die Partie gekommen, bei Marko Arnautovic war nichts Anderes zu erwarten. Junuzovic war der Chef auf dem Spielfeld. 21. Minute: Das Unglück nimmt seinen Lauf. James McCarthy grätscht wahnwitzig gegen Junuzovic, McCarthy wird verwarnt, Junuzovic scheidet mit einer Rissquetschwunde aus. Julian Baumgartlinger musste ihn ersetzen. Und Irland wurde stärker, wuchtiger, kompakter, dynamischer, leidenschaftlicher. 24. Minute: Emanuel Pogatetz misslingt ein Tackling an Shane Long. Bedauerlicherweise misslingt es im Strafraum, also Elfer. Jonathan Walters lässt Heinz Lindner keine Chance, Ausgleich. In der 38. Minute ferserlt der überragende Long an die Stange, das ÖFB-Team wankte.

Und es fiel in der Nachspielzeit. Walters köpfelt nach einem Corner das 2:1, Kapitän Christian Fuchs hatte auf den Spieler von Stoke City vergessen. Psychologisch gesehen ist ein Gegentreffer zu so einem Zeitpunkt ganz besonders blöd.

Nach der Pause blieb Irland zunächst tonangebend, ein paar Schneeflocken und Windböen später erholten sich die Österreicher, sie kreierten mittelgroße Chancen. Einmal wird Pogatetz im irischen Strafraum durchaus elferverdächtig niedergerungen.

Die Wende

In der 62. Minute wurde Trapattonis Wunsch erfüllt, Janko ersetzte den quasi nicht vorhandenen Hosiner. 67. Minute: Lindner verhindert mittels Reflex das 1:3. Koller setzte auf totale Offensive, brachte Andreas Weimann für Veli Kavlak. Die Gäste versuchten ein Powerplay aufzuziehen, die Heimischen hielten dagegen. Aber der Mut, die Moral wurde doch noch belohnt. Ausgerechnet Alaba glich in der 92. Minute aus, sein Schuss wurde leicht abgefälscht. Psychologisch gesehen war dieser Gegentreffer zu diesem Zeitpunkt besonders blöd für Irland.

Alaba war dagegen „sehr erleichtert. Im Großen und Ganzen haben wir ganz okay gespielt." Für Coach Koller ist „die Mannschaft dafür belohnt worden, dass sie ins Spiel zurückgekommen ist". Österreich ist vorerst einmal Gruppenzweiter, die Chance auf die WM in Brasilien ist intakt. Auch für Irland. Und auch für Schweden, den nächsten Gegner am 7. Juni in Wien. (Christian Hackl, DER STANDARD, 27.3.2013)

Fußball-WM-Qualifikation, Gruppe C, Dienstag

Irland - Österreich 2:2 (2:1)
Dublin, Aviva Stadium, 36.100 Zuschauer, SR Marijo Strahonja (CRO)

Torfolge:
0:1 (11.) Harnik
1:1 (25.) Walters (Foul-Elfmeter)
2:1 (45.+1) Walters
2:2 (92.) Alaba

Irland: Forde - Coleman, O'Shea, Clark (72. St. Ledger), Wilson - Walters, McCarthy, Whelan, McClean - Sammon, Long (83. Green)

Österreich: Lindner - Garics, Dragovic, Pogatetz, Fuchs - Kavlak (69. Weimann), Alaba - Harnik, Junuzovic (25. Baumgartlinger), Arnautovic - Hosiner (62. Janko)

Gelbe Karten: McCarthy, O'Shea, Long bzw. Kavlak (gegen Schweden gesperrt)

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