Vor Frei.Wild-Konzert: Initiative gegen Rechts-Rocker in Graz

26. März 2013, 19:27
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Gegner fordern Auftrittsverbot in Stadthalle, Betreiber bleibt hart: Konzert findet statt

Graz - Sie schimpfen auf sogenannte Gutmenschen und auf Aidskranke, singen mit Inbrunst darüber, wie man andere blutig schlägt, und besingen in nationalistischen Texten ihr "Heiliges Land", ihre Heimat Südtirol. Wie der STANDARD berichtete, spielen die Rechts-Rocker Frei.Wild am 10. Mai in der Grazer Stadthalle.

In Wels wurde ihr Auftritt von der Stadtregierung verhindert, vom deutschen Musikpreis Echo wurde die Band aufgrund ihrer Texte ausgeschlossen. Eine Initiative der Grazer Grünen im Gemeinderat wurde von ÖVP, FPÖ und SPÖ niedergestimmt, auch der Protest der Grünen Jugend Österreich blieb erfolglos.

"Kein Frei. Wild-Konzert in Graz"

Gegner der Gruppe formierten sich nun zur Initiative "Kein Frei. Wild-Konzert in Graz" und fordern in einem offenen Brief die "politisch Verantwortlichen der 'Menschenrechtsstadt' Graz und die Betreiberinnen der Stadthalle Graz dazu auf, das Konzert abzusagen bzw. eine klare Position einzunehmen und sich für eine Absage einzusetzen". Die überparteiliche Initiative wirft der Stadt vor, "gewaltverherrlichendem und völkisch-nationalistischem Gedankengut eine Bühne zu bieten" und es so zu legitimieren.

Im Büro von Bürgermeister Siegfried Nagl will man dazu auf Standard-Nachfrage nichts sagen, sondern verweist auf die Messe-Congress-Betreibergesellschaft, zu der auch die Stadthalle gehört. Messe-Congress-Sprecher Christof Strimitzer erklärt dem STANDARD, dass "der Veranstalter uns versichert hat, dass nach Rücksprache mit dem Verfassungsschutz in Deutschland und in Österreich kein Grund besteht, die Veranstaltung abzusagen". Und da es "nichts Strafrechtliches" gegen die Gruppe gebe, könne man gar nicht absagen.

"Auch amerikanische Rapper provozieren"

Ob Strimitzer selbst sich die Texte der Band angehört habe? "Nein, hab' ich nicht, aber ich weiß, dass sie provozieren, aber das tun viele amerikanische Rapper auch", sagt der Messe-Sprecher.

Auch in Tirol wird die Gruppe aus Brixen auftreten, und zwar nach ihrem Graz-Auftritt in Ebbs und in Kufstein. (cms, DER STANDARD, 27.3.2013)

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    Fans demonstrierten nach dem Ausschluss der Band vom Echo-Musikpreis in Berlin.

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