Österreicher wird Vize-Kommandant am Golan

27. März 2013, 07:33
17 Postings

Verteidigungsminister Klug: Ermöglicht "wesentlich bessere Kontrolle" - UN verkleinern Truppe auf den Golanhöhen

Wien/New York/Damaskus - Friedenssicherungskräfte/Militär/Konflikte/Wien/Österreich -

Wien - Ein Österreicher wird stellvertretender Kommandant der UNO-Blauhelmmission auf den Golan-Höhen. Dies ermögliche eine "wesentlich bessere Kontrolle" und "Mitbestimmungs- und Eingriffsmöglichkeiten vor Ort", erklärte Verteidigungsminister Gerald Klug gegenüber Ö1 am Mittwoch. Das erhöhe auch die Sicherheit der 375 österreichischen Soldaten. Insgesamt umfasst die Mission gut 1.000 Soldaten.

Die Situation im Grenzgebiet zwischen Syrien und Israel sei "angespannt, aber beherrschbar", so Klug. Österreich habe aber "konkrete Forderungen an die UNO": Es müsse eine Sicherstellung der Rotation des österreichischen Kontingents über Israel geben. Und die UNO müsse die Versorgung weiter gewährleisten. Anfang März waren 21 philippinische Soldaten der UNDOF-Mission von syrischen Rebellen entführt worden. Kroatien hatte seine 97 Soldaten wenig später abgezogen.

Derzeitiger Chef der Mission ist der indische Generalmajor Iqbal Singh Singha. Den Namen des künftigen Vizekommandanten konnte Klug vorerst nicht bekanntgeben.

Innerhalb der EU wurde vergangene Woche eine Aufhebung des Waffenembargos gegen Syrien und damit mögliche Waffenlieferungen an die Rebellen im Aufstand gegen das Regime von Bashar al-Assad diskutiert. Österreich sprach sich mit Blick auf die Sicherheit der Bundesheer-Soldaten auf dem Golan dagegen aus.

UN verkleinern Truppe auf den Golanhöhen

Weil sie immer wieder in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen wird, wollen die Vereinten Nationen ihre Beobachtertruppe auf den Golanhöhen umbauen. Die etwa 1.000 Mann umfassende Truppe werde verkleinert und ihr Einsatzprofil werde verändert, sagte Untergeneralsekretär Herve Ladsous am Dienstag in New York. Zahlen, um wie viel die Truppe reduziert werden sollte, nannte Ladsous nicht. Vom österreichischen Verteidigungsminsiterium war vorerst niemand auf APA-Anfrage zu erreichen. Derzeit sind 371 österreichische Soldaten im Rahmen der UNDOF-Mission am Golan stationiert.

Zudem sollten die unbewaffneten Militärbeobachter gepanzerte Fahrzeuge bekommen, hieße es. Normalerweise sind sie in weißen Geländewagen unterwegs. Die UN suchen auch mehr arabischsprechende Offiziere, um den Kontakt zu den Einheimischen zu verbessern.

Anfang März hatten syrische Rebellen 21 Männer der UNDOF genannten Truppe für mehrere Tage festgehalten. Ladsous bestätigte, dass die Blauhelme immer wieder Rebellen sehen, die die Grenze zwischen Syrien und dem Libanon überschreiten. "Wir können und wollen sie nicht stoppen, denn das ist nicht unser Auftrag." UNDOF sei neutral und alle Seiten im syrischen Bürgerkrieg hätten das zu respektieren.

Der 1974 ins Leben gerufene Einsatz soll den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien überwachen. (APA, 26.3.2013)

Share if you care.