Wie der Tiger wieder Biss bekommen hat

26. März 2013, 18:23
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Nach knapp zweieinhalb Jahren Unterbrechung führt Tiger Woods wieder die Golfwelt an. Er nennt es "ein Produkt von harter Arbeit und Geduld"

Orlando - Rekord-Olympiasieger Michael Phelps, NBA-Star LeBron James und allen voran Lindsey Vonn, die neue Frau an der Seite von Tiger Woods - die Liste der prominenten Gratulanten nach der Rückkehr des 14-maligen Major-Siegers an die Spitze der Weltrangliste war lang. Der 37-Jährige, der am Montag ein Invitational in Orlando gewonnen hatte, steht nach knapp zweieinhalb Jahren Unterbrechung wieder ganz oben. Am ersten November 2010 hatte Woods nach 281 Wochen in Folge die Spitzenposition an den Engländer Lee Westwood verloren, nun löste er seinerseits den Nordiren Rory McIlroy ab.

Kaum hatte Woods den letzten Putt in Orlando versenkt, begann die Netzgemeinde bereits den "Tiger" zu feiern. "Woods ist zurück! Habe mich gefreut zu sehen, wie glücklich er ist", twitterte Schwimmstar Phelps. Basketball-Profi LeBron James vom NBA-Champion Miami Heat schloss sich seinem Landsmann an: "Glückwunsch an Tiger Woods, dass er wieder die Nummer eins der Welt ist." Doppel-Olympiasiegerin Vonn, die ihre Beziehung zu dem Golf-Star kürzlich öffentlich gemacht hatte, twitterte bereits wenige Minuten nach dem Sieg: "Number 1!!!!!!"

Woods selbst gab sich nach seinem Erfolg bescheiden: "Dies ist das Produkt von harter Arbeit und Geduld." Lange habe er sich auf dem Grün nicht mehr so wohlgefühlt wie heute: "Ich liebe es, mich im Wettkampf zu messen. Und ich liebe es zu gewinnen."

Wie es zum Absturz kam

Nach seinem unaufhaltsamen Aufstieg und Erfolgen in Serie hatten ihn Enthüllungen über sein ausschweifendes Privatleben immer mehr aus dem Gleichgewicht gebracht, am Ende rutschte Woods gar aus den Top Ten der Weltrangliste. Zahlreiche Affären des gebürtigen Kaliforniers waren ans Licht gekommen, es folgte die Scheidung von Ehefrau Elin Nordegren, dann wandten sich auch Sponsoren und Fans von dem Profi mit dem einstigen Saubermann-Image ab.

Erst im März 2012 beendete Woods mit dem Sieg beim Arnold Palmer Invitational in Orlando, Florida, seine Durststrecke von 923 Tagen und 27 Turnieren auf der US-Tour. Genau an diesem Ort gelang ihm nun ein Jahr später mit seinem dritten Saisonsieg die Rückkehr an die Spitze: Auf der vierten Runde des mit 6,2 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 4,8 Millionen Euro) dotierten Turniers spielte er eine 70 und brachte es am Ende auf insgesamt 275 Schläge. Damit lag Woods, der fünf Birdies erzielte, zwei Schläge vor dem Engländer Justin Rose und stieß den Nordiren Rory McIlroy von der Spitze.

Eine Frage der Zeit

Noch wartet Woods auf den ersten Erfolg bei einem Turnier der Topkategorie seit den US Open 2008. Doch bei seiner derzeitigen Form dürfte auch das nur eine Frage der Zeit sein. Zu seinen 14 Major-Siegen könnte bereits in zwei Wochen beim Masters in Augusta ein weiterer Triumph hinzukommen. "Ich komme immer mehr an den Punkt, an dem ich sein möchte", sagte Woods. "Und ich freue mich sehr, wenn ich an den Rest des Jahres denke." Seine prominenten Gratulanten und nicht zuletzt die Frau an seiner Seite dürften ihm zusätzlichen Auftrieb verleihen. (sid, red - DER STANDARD, 27.3. 2013)

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