Im Reich der Mitte

Kolumne31. März 2013, 15:20
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Warum man als Stil-Ikone fast alles darf und dabei auch noch seine Bauchdecke zeigen darf

Es ist heute an der Zeit, über ein fehlendes Stück Stoff nachzudenken, das in der vergangenen Woche für einigen Gesprächsstoff sorgte. Es gehörte zum Model Bar Refaeli, das für einige Stunden in Wien weilte, um einen Preis als "Stilikone" entgegenzunehmen und dies in einem hochgeschlossenen Top und einer hochsitzenden Hose tat.

Nur leider hatte sie auf das verbindende Element zwischen unten und oben vergessen, was dazu führte, dass sie an diesem Abend weniger ihr leuchtendes Outfit als ihre Bauchdecke präsentierte. Kenner der Materie zeigten sich von dem dargebotenem Körperteil zwar begeistert, dennoch warf der Bauchdeckenauftritt einige Fragen auf. Schließlich erfolgte er bei einer Gala, bei der Eleganz Pflicht und Glamour erwünscht war.

Den Bauchnabel vorenthalten

Hatte das israelische Topmodel den Preis als Stilikone etwa zu Unrecht bekommen? Davon kann nicht ausgegangen werden. Nach intensivem Studium des Bildmaterials offenbarte sich nämlich, dass Frau Refaeli dem interessierten Publikum zwar ihre Bauchdecke präsentierte, ihm aber ihren Bauchnabel vorenthielt.

Um es anders zu formulieren: Als Stilikone weiß das Model offenbar genau, wo dieser Tage die Grenzen des guten Geschmacks gezogen werden. Jetzt haben es auch wir Hinterwäldler verstanden. Etwas anders verhielt es sich beim Moderator des Abends, der seinen Smoking mit einer Weste kombinierte. Dass das gar nicht geht, das weiß man selbst in unseren Breitengraden schon länger. Dafür muss man nicht einmal eine Stilikone sein. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 29.3.2013)

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    Kenner der Materie zeigten sich von dem dargebotenem Körperteil zwar begeistert, dennoch warf der Bauchdeckenauftritt einige Fragen auf.

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